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Startseite » Wie Earle und Bernicot die Weltmeere retten
Welt

Wie Earle und Bernicot die Weltmeere retten

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 24, 2024
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Wie Earle und Bernicot die Weltmeere retten


#ZEITFÜRSKLIMA (06)

Sylvia Earle und Titouan Bernicot setzen sich mit Nichtregierungsorganisationen für den Schutz der Weltmeere ein. Die beiden Pioniere, deren Karrieren kaum unterschiedlicher sein könnten, verbindet unter anderem die globale Rolex Perpetual Planet Initiative.

Zur jährlichen Feier des Welttags der Meere am 8. Juni waren Sylvia Earle (89), Ozeanografin und Gründerin von Mission Blue, und Titouan Bernicot (25), Gründer und Chef von Coral Gardeners, Gäste eines virtuellen Live-Talks im Rahmen des «Rolex Oceans Moment».

Die beiden Umweltaktivisten gehören unterschiedlichen Generationen an, leben auf verschiedenen Kontinenten und wählten ungleiche Karrierewege. Während Earle aus New Jersey (USA) stammt, wuchs Bernicot auf einem kleinen Atoll inmitten des Südpazifiks auf. Er entschied sich als junger Erwachsener für «learning by doing». Sie ging den akademischen Weg und arbeitete unter anderem als wissenschaftliche Leiterin bei der staatlichen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA).

Faszination Weltmeere

Was sie vereint, ist ihre Liebe zu den Ozeanen. Für Earle begann diese im Alter von drei Jahren, als sie von einer Welle verschluckt wurde und nach ihrer Bergung sofort zurück ins Meer wollte. Sie studierte Meeresbiologie, verfügt über einen Doktor- und unzählige Ehrentitel, hat verschiedene Unternehmen gegründet, mehr als hundert Expeditionen geleitet und Tausende von Stunden unter Wasser verbracht. 1970 stand sie dem ersten Team weiblicher Aquanauten vor und hat an insgesamt zehn Sättigungstauchgängen teilgenommen.

Bernicot bezeichnet sich als «Ocean Kid» und den Pazifik als seinen Spielplatz. Eines Tages bemerkte er beim Surfen plötzlich, dass die Korallen unter seinen Füssen völlig ausgebleicht waren. Zerstört von den zu hohen Wassertemperaturen und der Verschmutzung des Meeres. Schockiert von dieser Entdeckung, beschloss er, sein Leben der Erhaltung und Restauration der Korallenriffe zu widmen. Mit 18 Jahren räumte er sein Jugendzimmer leer, stellte ein paar Schreibtische hinein und gründete 2017 die Organisation Coral Gardeners, die das Ziel hat, die Korallenriffe rund um den Globus dank Innovationen und neusten Technologien zu retten. «Was gibt es Cooleres, als unter Wasser zu gärtnern und die Fische als Zuschauer zu haben?», fragt Bernicot. Er habe sich gegen eine akademische Karriere entschieden, weil er der Meinung gewesen sei, sofort handeln zu müssen: «Meine Universität ist der Ozean.» Und falls er Fragen habe, sei er ja nur einen Telefonanruf von Wissenschaftlern wie Earle entfernt, die er seine Mentorin, Inspiration und «Ozeanschwester» nennt.

Ökosysteme schützen

Darüber hinaus verbindet die beiden Pioniere die Rolex Perpetual Planet Initiative (siehe Kasten unten), die seit 2022 auch Coral Gardeners von Titouan Bernicot unterstützt. Sylvia Earle ist seit 1982 Rolex-Botschafterin. 2009 gründete sie die ebenfalls von der Rolex Perpetual Planet Initiative unterstützte Mission Blue, die bedrohte Meeresgebiete vor schädlichen Einflüssen schützt. Dank ihres Engagements wurden weltweit Hope Spots definiert. Dabei handelt es sich um ökologisch wichtige Gebiete in den Meeren, die das Überleben von bedrohten Arten sicherstellen. «Die Ozeane machen fast drei Viertel der Erdoberfläche aus und beherbergen einen Grossteil der biologischen Vielfalt der Welt, aber sie sind in Schwierigkeiten. Viele kommerziell genutzte Fischarten sind um 90 Prozent zurückgegangen: Etwa die Hälfte der Korallenriffe sind verschwunden oder stark geschädigt, und an den Küsten haben sich Hunderte von toten Zonen gebildet.

Mission Blue hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane zu schützen. Mit der Unterstützung von Rolex versucht die Nichtregierungsorganisation sicherzustellen, dass die Meeresökosysteme in ihrer ganzen Vielfalt nicht für künftige Generationen verlorengehen», erklärt Earle. Bis heute wurden mehr als 160 Hope Spots rund um den Globus anerkannt. Derzeit ist Mission Blue in 69 Ländern tätig und arbeitet vor Ort direkt mit Gemeinden zusammen. Um die Menschen für den Schutz der Meere zu sensibilisieren, werden Dokumentarfilme gedreht, Kampagnen in den sozialen Medien lanciert, Zeitungsartikel veröffentlicht und sogenannte Storymaps erstellt.

Was gibt es Cooleres, als unter Wasser zu gärtnern und die Fische als Zuschauer zu haben?Titouan Bernicot

Für Earle ist es wichtig, Menschen auf der ganzen Welt zu inspirieren, sich für die ozeanischen Ökosysteme einzusetzen: «Jetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, erleben wir die vielleicht wichtigste Periode der Geschichte. Wir haben die Möglichkeit, über unsere Zukunft zu bestimmen – schliesslich verfügen wir über Wissen, Erkenntnisse und Technologien, die es früher nicht gab. Diese Chance dürfen wir aber nicht vergeben – der Planet erwärmt sich, die Arten verschwinden und wir müssen schauen, wie wir auf diesem kleinen blauen Fleck im Universum überleben können.» Künftige Generationen sollen laut Earle auf das 21. Jahrhundert zurückblicken und sagen können: «Das war die Zeit, als die Menschen gehandelt haben.»

Neben Projekten mit lokalen Gemeinschaften unterstützt Mission Blue auch internationale Initiativen: Dank einer erfolgreichen Petition an die Regierungen von Ecuador und Costa Rica wurde eines der ersten bilateralen Meeresschutzgebiete der Welt geschaffen – eine geschützte Schwimmstrecke zwischen zwei Meeresreservaten auf den Cocos- und Galapagosinseln. Aktuelle Studien haben ergeben, dass mindestens fünf gefährdete Meeresarten – namentlich Walhaie, Lederschildkröten, Grüne Meeresschildkröten, Seidenhaie, Hammerhaie – diesen Schwimmweg nutzen, um zwischen den Reservaten zu migrieren.

Einer von Sylvia Earles liebsten Hope Spots liegt jedoch direkt vor den Toren einer Metropole: «Die Leute sind immer überrascht, wenn ich New York City sage. Doch rund 120 Kilometer östlich von Manhattan liegt Shinnecock Bay, ein verstecktes Juwel der Biodiversität, das einen wichtigen Lebensraum für bedrohte Arten bildet.» In Zusammenarbeit mit der Stony Brook University schuf Mission Blue in den vergangenen zehn Jahren wichtige Schutzräume für Venusmuscheln. «Diese sind enorm wichtig für das Ökosystem. Dass es uns gelungen ist, sie dank wissenschaftlichen Methoden wieder anzusiedeln, weckt die Hoffnung, dass so etwas auch an anderen Orten möglich ist», sagt Earle.

Globale Korallengärtner

Erfolge verzeichnen auch Titouan Bernicot und seine Coral Gardeners. Seit ihrer Gründung hat die Nichtregierungsorganisation mehr als 100 000 Korallen angezogen und ausgepflanzt. Deren Gesundheit und Wachstum werden mit modernsten Technologien kontinuierlich überwacht. Wie Bernicot erklärt, könnte dies eine Lösung für ein globales Problem sein: Die Hälfte der weltweiten Riffe ist bereits abgestorben – bis zum Jahr 2050 könnten sogar alle Korallen verschwunden sein.

Bernicots Ziel ist es, die Wiederherstellung von Riffen global auszuweiten. Aus diesem Grund plant Coral Gardeners, auf der ganzen Welt Zweigstellen zu veröffentlichen und lokale Anwohner durch Schulungen und Workshops vor Ort im «Korallengärtnern» auszubilden. Zudem hat die Organisation einen internationalen Aufruf gemacht, der Menschen dazu auffordert, sich der Probleme der Meere anzunehmen. Denn, wie Bernicot sagt, «haben kleine Massnahmen eine grosse Wirkung, wenn sie von vielen wiederholt werden».

Perpetual Planet Initiative

Mit ihrer Perpetual Planet Initiative hat sich Rolex langfristig verpflichtet, Persönlichkeiten sowie Organisationen in ihrem Bestreben zu fördern, die Umwelt zu schützen und die Wissenschaft zu nutzen, um die heutigen ökologischen Herausforderungen zu verstehen und Lösungen dafür zu finden. Um dieses nachhaltige Engagement in der Deutschschweizer Öffentlichkeit noch sichtbarer zu machen, bündeln das Unternehmen NZZ und die Uhrenmanufaktur Rolex nun ihre Kräfte in der Verlagsserie «Zeit fürs Klima» – sie ist nationalen und internationalen Persönlichkeiten gewidmet, die aktiv zur Erhaltung des Planeten beitragen. In der Westschweiz tut es «Le Temps» der NZZ gleich.

Dieser Inhalt wurde von NZZ Content Creation erstellt. Weitere Infos dazu gibt es hier.

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