Chinesische Aktien haben sich fulminant zurückgemeldet – Deepseek sei Dank. The Market geht der Frage nach, ob die Aufwärtsbewegung nachhaltig ist und präsentiert eine Auswahl an ETF auf chinesische Aktienindizes.
So schnell kann es gehen. Vor kurzem galten chinesische Aktien bei vielen Anlegern noch als «nicht investierbar», doch seit einigen Wochen haben sie eine erstaunliche Dynamik entwickelt. So gehört der Hongkonger Hang Seng Index 2025 zu den stärksten Börsenbarometern weltweit. Woher kommt dieser abrupte Stimmungswandel?
Ein entscheidender Moment war die Nachricht, dass ein im Westen weitgehend unbekanntes Start-up namens Deepseek ein mächtiges KI-Modell entwickelt habe, das mit den besten Produkten aus dem Silicon Valley mithalten kann – und das erst noch deutlich günstiger in der Entwicklung war und effizienter in der Ausführung ist. Gewisse Marktkommentatoren sprachen von einem «Sputnik-Moment» für KI. 1957 schickte die Sowjetunion mit dem Sputnik-1 den weltweit ersten Satelliten in den Orbit, womit sie die USA aufschreckten.
Dank Deepseek wurde der Welt auf einen Schlag bewusst, dass der Vorsprung der US-Techkonzerne bei KI-Modellen weniger gross war als bislang gedacht. Die Episode zeigte zudem, dass die US-Exportrestriktionen u.a. bei den modernsten Computerchips, die China im Wettrennen um die Vorherrschaft in wichtigen Technologien bremsen sollten, nur bedingt erfolgreich waren. Die chinesischen Unternehmen vermochten sich erstaunlich rasch anzupassen. Kurzum: Das Signal, dass China mit den USA im technologischen Wettkampf mithalten kann, war laut und deutlich.
Geopolitik weniger schlimm als befürchtet
Ein zweiter Treiber hinter dem Stimmungswandel scheint Donald Trump zu sein. War im Vorfeld der Wahl allgemein erwartet worden, dass der neue US-Präsident China gegenüber mit entschiedener Härte auftreten werde, hat er sich wider Erwarten zurückhaltend gezeigt. Bislang setzte die Trump-Regierung Verbündete wie Kanada, Mexiko und die EU – soeben hat er dem Alten Kontinent mit Zöllen von 25% gedroht – stärker unter Druck als beispielsweise Russland oder China.
Natürlich drohen auch Strafzölle gegenüber China. Und China ist diesbezüglich durchaus verwundbar, wie Berechnungen des Analysehauses TS Lombard illustrieren. Gemäss Daniel von Ahlen und Andrea Cicione dürften Zölle in der Höhe von 10% die chinesische Wirtschaftsleistung um 0,6% schmälern. Zwischenzeitlich sprach Trump sogar von Zöllen von 60%, was das BIP um heftige 2,75% verringern könnte.
Wie stark das chinesische Wachstum unter Zöllen leiden dürfte:
Allerdings sind die beiden Ökonomen überzeugt, dass die chinesische Regierung flexibel mit entsprechend grosszügigen Stimulusmassnahmen auf mögliche Einfuhrschranken reagieren werde. «Da wir weitere US-Zölle auf chinesische Importe und im Gegenzug stärkere chinesische Stimulusmassnahmen erwarten, sind wir für chinesische A-Aktien positiv gestimmt».
Auch die Analysten von Alpine Macro sehen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Peking von seiner bisherigen ideologischen Haltung, Stimulusmassnahmen seien per se negativ, abrücken und die Konjunktur kräftiger ankurbeln könnte. Schliesslich sei die Schmerzgrenze in Sachen Konjunkturschwäche erreicht.
«Ein weiterer externer Schock wie die von Präsident Trump verhängten Zölle könnte Peking in einen aggressiveren Lockerungsmodus treiben», schreibt Chen Zhao von Alpine Macro. Entgegen den Prognosen könnte also die Rückkehr Trumps dazu führen, dass Staatspräsident Xi Jinping grössere Anstrengungen unternimmt, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.
Treffen mit Privatsektor
Ein wichtiges Ereignis diesbezüglich war Xis Auftritt am 17. Februar auf einem hochrangigen Symposium für Unternehmer aus dem Privatsektor. Dabei handelte es sich um das erste Treffen dieser Art seit 2018. Zu den prominenten Teilnehmern gehörten diverse CEO wie Ren Zhengfei von Huawei, Wang Chuanfu von BYD und Lei Jun von Xiaomi. In seiner Rede meinte Xi Jinping, es sei wieder erlaubt, «zuerst reich zu werden und dann den allgemeinen Wohlstand zu fördern».
Den Stimmungswandel dokumentiert schliesslich auch die Rückkehr des ehemaligen Alibaba-Vorsitzenden Jack Ma, der an diesem Treffen die Hand des Präsidenten Xi Jinping schüttelte. Nachdem Ma im Jahr 2020 den (weitgehend staatlichen) chinesischen Finanzsektor als wenig innovativ taxierte und für seine «Pfandhausmentalität» kritisierte, verschwand er bald darauf von der öffentlichen Bühne.
Nach dem Kommentar musste auch der milliardenschwere Börsengang des zu Alibaba gehörenden Fintech-Unternehmens Ant Group abgesagt werden. Für das Gros der Beobachter war klar: Ein zu mächtig gewordenes Unternehmen und ein zu forscher Unternehmer sollten in die Schranken gewiesen werden. Das war der Beginn der Phase, in der die chinesische Regierung den Technologiesektor hart an die Kandare nahm und ihr Credo des «allgemeinen Wohlstands» (Common Prosperity) in den Vordergrund stellte. In der Folge gerieten viele IT-Konzerne massiv unter Druck.
Die Rehabilitierung von Jack Ma kann deshalb als Signal gewertet werden, dass die Regierung von ihrer harten Haltung der vergangenen Jahre gegenüber den Technologiekonzernen abrückt. Wiederholt hatte der Staat die in seinen Augen zu mächtig gewordenen Konzerne zurückgebunden, weil er angeblich die Interessen der Bürger schützen wollte. Das Treffen mit den Exponenten der Technologiebranche ist deshalb ein starkes Zeichen für eine Trendwende, um der Privatwirtschaft wieder grössere Freiheiten zu gewähren.
Nationaler Volkskongress im März
Ein weiteres positives Signal könnte Peking bereits nächste Woche senden. Am 4. März beginnt nämlich der Nationale Volkskongress (National People’s Congress). Das jährliche Parteitreffen wird auch als «Zwei Sitzungen» bezeichnet: Die erste bezieht sich auf die Zusammenkunft des Nationalen Volkskongresses, dem rund 2900 Abgeordnete angehören. Die zweite Sitzung ist die Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes mit rund 2100 Mitgliedern.
Premierminister Li Qiang wird am Morgen des 5. März verschiedene wirtschaftliche Ziele für dieses Jahr bekanntgeben. Die Ökonomen von Goldman Sachs erwarten, «dass die politischen Entscheidungsträger ihr offizielles Ziel für das reale BIP-Wachstum gegenüber dem Vorjahr unverändert bei rund 5% belassen, das Ziel der Konsumentenpreisinflation von zuvor rund 3 auf rund 2% senken und das offizielle Ziel für das Haushaltsdefizit von 3 im letzten Jahr auf 4% des BIP anheben werden».
Benson Wu von Bank of America teilt die Einschätzung: «Wir erwarten, dass das BIP-Ziel für ein weiteres Jahr bei rund 5% liegen wird». Für Alpine Macro ist klar, dass zur Erreichung dieses Ziels «bedeutende Stimulusmassnahmen» angekündigt werden müssen. Die Märkte würden eine solche Nachricht sicherlich begrüssen.
Ist der Aufwärtstrend nachhaltig?
Ohne ein solches Massnahmenpaket dürfte eine nachhaltige Erholung kaum möglich sein, befürchtet Michael Pettis, Professor für Finanztheorie an der Guanghua School of Management an der Peking University. Ihm zufolge leidet China unter einer strukturell schwachen Binnennachfrage. Diese müsse durch fiskalpolitische Massnahmen angekurbelt werden.
Der frühere Präsident der EU-Handelskammer in China, Jörg Wuttke, äusserte sich zum Wochenbeginn auf The Market ähnlich besorgt über die zu geringe Nachfrage und die Überproduktion im Land. Zwar liess sich jüngst eine Stabilisierung bei wichtigen Konjunkturdaten beobachten. So hat sich der Rückgang bei den Immobilieninvestitionen, der Geldmenge und bei den Bankkrediten verlangsamt, während sich beim Konsumentenvertrauen eine langsame Erholung abzuzeichnen scheint. Die Konjunktur bleibt allerdings fragil.
Die Frage ist zudem, ob der Erfolg von Deepseek tatsächlich zu höheren Unternehmensgewinnen führen wird – denn das treibt schliesslich die Börsen langfristig. Es könnte durchaus sein, dass die allgemeine Verfügbarkeit von solchen KI-Modellen die Konkurrenz erhöht, was in der Folge Druck auf die Profitabilität ausüben dürfte.
Wie Jing Sima vom kanadischen Analysehaus BCA Research schreibt, hat BYD, der grösste chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen, vor kurzem kommuniziert, eine auf Deepseek basierende, kostenlose KI-gestützte Fahrerassistenztechnologie in seine Fahrzeuge integrieren und diese den Kunden kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen. Das dürfte beim Konkurrenten Tesla, der von seinen US-Kunden eine monatliche Gebühr von 99 $ für ähnliche Fahrfunktionen verlangt, kaum Freudensprünge ausgelöst haben.
It’s the valuation, stupid!
Doch im Unterschied zu den US-Technologiekolossen, die viel Optimismus einpreisen, sind die chinesischen Pendants günstig bewertet, wie ein Blick auf die Kennzahlen wichtiger Unternehmen aus beiden Ländern zeigt. Auch nach der jüngsten Rally liegt der Bewertungsvorteil klar aufseiten der Chinesen.
Auf Indexebene zeigt sich ebenfalls eine eklatante Bewertungsschere. Gemäss Zahlen des Datenanbieters Bloomberg handelt der MSCI China auf Basis der für die kommenden zwölf Monate geschätzten Gewinne zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 13. Die entsprechende Kennzahl für den MSCI USA ist nahezu doppelt so hoch. So meint Yan Wang von Alpine Macro: «Die beträchtliche Bewertungsdiskrepanz zwischen den USA und China eröffnet eine überzeugende langfristige Anlagemöglichkeit».
Wie der deutsche Vermögensverwalter Jens Ehrhardt in der jüngsten Ausgabe seines Anlegerbriefs «Finanzwoche» erwähnt, sind chinesische Aktien zudem in unüblich grossem Still leerverkauft, was kurssteigernde zukünftige Rückkäufe bedeutet. Des Weiteren sind die Gewinne chinesischer Technologiekonzerne jüngst stärker gestiegen als diejenigen der US-Konkurrenz. «In China ist der jüngste Aufschwung wahrscheinlich der Vorläufer einer längerfristigen Korrektur nach oben», glaubt Ehrhardt deshalb.
Wie investieren
Wer ebenfalls der Meinung ist, die Erholung bei chinesischen Aktien habe noch Luft nach oben, kann relativ einfach über ETF investieren. Zuerst gilt es allerdings, sich im Buchstabendschungel von A-, B-, H-Aktien etc. zurechtzufinden.
A-Aktien sind auf Renminbi lautende Valoren von in China ansässigen Unternehmen, die an den Börsen in Schanghai und Shenzhen gehandelt werden; B-Aktien werden in HK-Dollar an der Börse Shenzhen und in Dollar an der Shanghai Stock Exchange gehandelt. H-Aktien sind auf HK-Dollar lautende Valoren von Unternehmen aus Festlandchina, die an der Hongkonger Börse kotiert sind.
P Chips sind in Hongkong gelistete chinesische Unternehmen mit Sitz auf den Cayman Islands, Bermuda und den British Virgin Islands, Red Chips sind in Hongkong gelistete Unternehmen unter staatlicher chinesischer Kontrolle sowie im Ausland kotierte chinesische Aktien.
Des Weiteren haben Anleger angesichts der vielen Indizes die Qual der Wahl. So existieren unter anderem ETF auf den MSCI China, den Hang Seng, den CSI 300 oder den FTSE China A50.
- MSCI China: Der MSCI China Index ist die Benchmark für viele ETF und umfasst mittelgrosse und grosse Unternehmen über das ganze Spektrum hinweg: A-Aktien, H-Aktien, B-Aktien, Red Chips, P Chips und auch ausländische Notierungen (z.B. ADR) sind darin enthalten. Mit rund 580 Konstituenten deckt er gegen 85% des chinesischen Aktienuniversums ab. Die Internetkonzerne Tencent (15,6%) und Alibaba (8,6%) sowie der Food-Verteiler Meituan (4,4%) stellen das grösste Gewicht.
- Hang Seng: Der Hang Seng Index ist ein nach der Streubesitzkapitalisierung gewichteter Index, der sechzig Blue-Chip-Unternehmen der Hongkonger Börse enthält. Er wurde am 31. Juli 1964 mit einem Basiswert von 100 ins Leben gerufen. Die grössten Mitglieder sind HSBC (8,5%), Alibaba (8,2%) und Tencent (7,8%).
- CSI 300: Der CSI 300 Index zielt darauf ab, die Wertentwicklung chinesischer Blue-Chip-Unternehmen, die an den Börsen in Shenzhen und Schanghai in Renminbi notiert sind, abzubilden. Er umfasst die 300 grössten und liquidesten Gesellschaften (A-Aktien), die Gewichtung richtet sich nach der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung. Kweichow Moutai (4,5%), ein Produzent alkoholischer Getränke, der Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology (CATL, 3,4%) und der Versicherer Ping An Insurance (2,7%) sind die grössten Positionen.
- FTSE China A50: Der FTSE China A50 Index ist die Benchmark für Anleger, die über A-Aktien Zugang zum chinesischen Inlandmarkt haben möchten. Dabei handelt es sich um Wertpapiere der gemäss Marktkapitalisierung fünfzig grössten Unternehmen, die auf dem chinesischen Festland ansässig sind und an den Börsen von Schanghai und Shenzhen kotiert sind. Kweichow Moutai (11,4%), CATL (7,1%) und China Merchants Bank (5,3%) sind die gewichtigsten Positionen.
- FTSE China 30/18 Capped: Der China 30/18 Capped Index bildet die Wertentwicklung von chinesischen Aktien mit mittlerer und grosser Marktkapitalisierung ab. Er umfasst eine breite Palette chinesischer Aktienklassen, darunter A-Aktien, B-Aktien, H-Aktien, Red Chips, P-Aktien, S-Aktien und N-Aktien. Die Indexbestandteile werden nach dem Streubesitz gewichtet. Um eine übermässige Konzentration auf ein einzelnes Wertpapier zu verhindern, wird die Gewichtung der Indexbestandteile vierteljährlich begrenzt, so dass das Gewicht des grössten Unternehmens 30% und das des zweitgrössten 18% nicht übersteigt. Die drei grössten Positionen stellen die beiden Internetkolosse Tencent (13,5%) und Alibaba Group (8,1%) sowie Meituan (4,4%).
- Hang Seng China Enterprises Index: Der Hang Seng China Enterprises Index (oder H-Share Index oder kurz HSCEI genannt) ist ein nach Streubesitz gewichteter Index, der sich aus H-Aktien, Red Chips und privaten Unternehmen (P-Chips) – also Unternehmen des chinesischen Festlands – zusammensetzt, die an der Hongkonger Börse kotiert sind. Er umfasst fünfzig Namen. Die grössten Mitglieder im Index sind China Construction Bank (8%), Alibaba (8%) und Xiaomi (7,9%).
Obwohl alle diese Indizes den chinesischen Markt abbilden, zeigt ein genauerer Blick auf die Zusammensetzung zum Teil beträchtliche Unterschiede. So dominieren im FTSE China A50 die Finanzwerte, während IT ein relativ geringes Gewicht aufweist. Im FTSE China 30/18 Capped dominieren hingegen Technologieaktien. Im MSCI China sind zyklischer Konsum und Kommunikation prominent vertreten, der Anteil der Finanzwerte ist vergleichsweise gering.
Wer demnach auf eine anhaltende Kurserholung bei den IT- und KI-Giganten wetten möchte, wählt mit Vorzug den MSCI China, den FTSE Capped 30/18 oder den HSCEI, in denen IT und Kommunikation ein besonders grosses Gewicht haben. Wer auf die Nachzügler schwört, ist womöglich mit den «Onshore-Aktien» des CSI 300 besser bedient. Das ist auch der Index mit der geringsten Branchenkonzentration.
Anlegern, die in chinesische Aktien investieren möchten, stehen unter anderen die folgenden ETF zur Auswahl (die ersten drei sind an der SIX kotiert):
S&P 500 ETF: Big is beautiful
«Don’t look for the needle in the haystack. Just buy the haystack!»
John C. Bogle, Gründer des US-Vermögensverwalters Vanguard (8. Mai 1929 – 16. Januar 2019)
Er zählte zu den Protagonisten, die dem passiven Anlegen zum Durchbruch verholfen haben: Jack Bogle. 1975 lancierte der Gründer des amerikanischen Vermögensverwalters Vanguard den ersten Anlagefonds, der sich auf eine Index-basierte Strategie spezialisierte. Bogle stützte sich auf die neuesten Erkenntnisse der Finanzmarkttheorie und setzte alles daran, die Kosten für die Anleger niedrig zu halten und die Emotionen weitestgehend vom Anlageprozess fernzuhalten. Anstatt Stock Picking zu betreiben und die Nadel im Heuhaufen zu suchen, sollten Investoren einfach den gesamten Heuhaufen – sprich: den Gesamtmarkt – kaufen.
Doch sogar der Pionier des passiven Anlegens war lange skeptisch in Bezug auf ETF: «Warum sollte jemand den S&P 500 um 10 Uhr morgens kaufen und um 14 Uhr nachmittags wieder verkaufen wollen?» entgegnete er Nate Most, Leiter der Produkteentwicklung der American Stock Exchange, als dieser gemeinsam mit Vanguard börsengehandelte Indexfonds entwickeln wollte.
Während Bogle seine damalige Ablehnung bereuen sollte, freute sich die Konkurrentin State Street Global Advisors, die mit ihrem Standard & Poor’s Depositary Receipts («Spiders») 1993 den ersten ETF auf den US-Markt brachte – und fleissig Investorengelder einsammelte. Gemessen am verwalteten Vermögen stieg der SPDR S&P 500 Trust (SPY) zum grössten ETF der Welt auf.
Vanguard hatte den Start verschlafen und kam erst 2010 mit ihrem S&P-500-ETF auf den Markt. Dessen Wachstum war allerdings phänomenal, und vor rund zwei Wochen schaffte er es, den bisherigen Platzhirsch vom Thron zu verdrängen. Am 14. Februar wies der unter dem Kürzel VOO bekannte ETF ein Vermögen von unvorstellbaren 631,8 Mrd. $ aus, was knapp über demjenigen des SPY von 630,3 Mrd. $ lag.
Doch weshalb vermochte Vanguard ein derartiges Wachstum hinzulegen? It’s the cost, stupid. In den USA liegt die Total Expense Ratio des VOO bei lediglich 0,03%, was deutlich unter den 0,09% des SPY liegt.
ETF-Anleger wissen eben, dass die Kosten entscheidend sind für den langfristigen Anlageerfolg. (Interessanterweise ist der SPY in der Schweiz günstiger (0,03 versus 0,07%)).