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Startseite » Biden schwimmt in Wahlkampfspenden, aber mit Geld allein ist Trump kaum zu bezwingen
Welt

Biden schwimmt in Wahlkampfspenden, aber mit Geld allein ist Trump kaum zu bezwingen

MitarbeiterBy MitarbeiterMärz 9, 2024
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Biden schwimmt in Wahlkampfspenden, aber mit Geld allein ist Trump kaum zu bezwingen

In den meisten Umfragen zur amerikanischen Präsidentschaftswahl liegt Joe Biden hinter Donald Trump zurück. In seinen Wahlkampfkassen liegt jedoch viel mehr Cash, um Werbung zu kaufen oder Mitarbeiter zu bezahlen. Nikki Haleys Beispiel zeigt aber: Ein Wahlsieg lässt sich nur bedingt kaufen.

Donald Trump braucht dringend Geld – sowohl für seinen Wahlkampf als auch für seine hohen Anwaltskosten und gerichtlich verhängte Geldstrafen. Gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg verfügten Trumps Wahlkampforganisation, das Komitee der Republikanischen Partei und konservative Aktionsgruppen zu Beginn dieses Jahres über insgesamt 89 Millionen Dollar an liquiden Mitteln in ihren Kassen. Präsident Joe Biden und seine demokratischen Unterstützer meldeten derweil 175 Millionen Dollar – ungefähr doppelt so viel.

Linke Organisationen sollen zudem bereits zugesagt haben, rund 700 Millionen Dollar in den Wahlkampf zu investieren, um Biden zu unterstützen. Eine ähnliche Summe ist von konservativer Seite nicht bekannt. Klar ist indes, dass Trump im vergangenen Jahr rund 50 Millionen Dollar von seinen Wahlkampfspenden abzweigte, um seine hohen Anwaltskosten zu bezahlen. Da immer noch vier Strafverfahren gegen ihn laufen, dürften diese Kosten dieses Jahr nicht kleiner werden.

Über eine halbe Milliarde Dollar an Geldstrafen

Hinzu kommen von New Yorker Gerichten verhängte Geldstrafen von über einer halben Milliarde Dollar. Weil er seine Immobilien zu hoch bewertete, um günstige Kredite zu erhalten, muss Trump insgesamt 455 Millionen Dollar entrichten. Obendrauf kommt die Schadenersatzzahlung von 83 Millionen Dollar an die Autorin E. Jean Carroll, die er verleumdete und in den neunziger Jahren sexuell missbraucht haben soll. Verliert Trump den Berufungsprozess im Fall seines Immobilienbetrugs, drohen ihm zudem happige Zinszahlungen. Womöglich wird der ehemalige Präsident einen Teil seiner Immobilien verkaufen oder mit Krediten belasten müssen, um diese Schulden zu begleichen.

Um seine Geldprobleme zu lösen, traf sich Trump am vergangenen Sonntag mit dem Tech-Milliardär Elon Musk und anderen reichen Geldgebern. Der Tesla-Gründer und Twitter-Käufer könnte mit einem Vermögen von rund 200 Milliarden Dollar dem ehemaligen Präsidenten eine grosse Hilfe sein. In der jüngeren Vergangenheit schien Musk immer mehr mit den Republikanern zu sympathisieren und schaltete nach der Übernahme auch Trumps gesperrten Twitter-Account wieder frei. Am Mittwoch schrieb er jedoch auf seinem zu X umbenannten Kurznachrichtendienst: «Ich spende kein Geld an keinen der beiden Präsidentschaftskandidaten.»

Auch der libertäre Tech-Milliardär Peter Thiel kündigte an, kein Geld in den kommenden Präsidentschaftswahlkampf zu investieren. Er gehörte 2016 zu Trumps frühen Unterstützern und verhalf dem Trump-Anhänger J. D. Vance bei den Zwischenwahlen mit einer Spende von zehn Millionen Dollar zu einem Sitz im Senat. Ein von den Koch-Milliardären gegründetes Netzwerk stellte Ende Februar zwar die Spenden an die republikanische Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley ein. Sie würden im Herbst nun Kandidaten für den Kongress unterstützen, teilte die konservative Organisation mit, ohne Trump zu erwähnen.

Trumps Probleme passen zur Rolle des Underdogs

Nachdem sich Haley am Mittwoch aus dem Rennen genommen hatte, kontaktierte Bidens Wahlkampfteam gar ihre bisherigen Sponsoren, um sie anzuwerben. Der Präsident hofft, dass er nun mit einer Werbeoffensive seine schlechten Umfragewerte korrigieren kann. In den meisten Erhebungen liegt er derzeit stets ein paar Prozentpunkte hinter Trump zurück. Gerade in den umkämpften Swing States sollen unentschlossene Wähler nicht nur mit Werbung, sondern auch in persönlichen Kontakten überzeugt werden. Im April werde sein Team in diesen Gliedstaaten die Zahl der Mitarbeiter von ein paar Dutzend auf Hunderte erhöhen, sagte einer von Bidens Wahlkampfmanagern am Mittwoch gegenüber «Politico».

Doch gerade Haleys Beispiel zeigt, dass sich Popularität nur bedingt mit Geld kaufen lässt. Im Gliedstaat Iowa gab die 52-Jährige für die Vorwahl im Januar doppelt so viel Geld aus wie Trump. Sie investierte 37 Millionen Dollar, Trump hingegen lediglich 18 Millionen Dollar. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei den folgenden Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina. Trotzdem gewann Trump alle diese Urnengänge mit deutlichem Vorsprung.

Als ehemaliger Präsident ist Trump den amerikanischen Wählern bereits bestens bekannt. Er muss selbst nicht mehr viel investieren, um ihnen zu erklären, wer er ist. Nachdem die Vorwahlen entschieden sind, kehren einige Milliardäre nun zudem wieder zu ihm zurück. Unabhängig davon passen seine Geldprobleme zu seiner Kernbotschaft eines Underdogs, der vom Establishment juristisch und politisch verfolgt wird. Entsprechend hatte Trump im vergangenen Jahr bei den kleinen Spenden gewöhnlicher Bürger gegenüber Biden die Nase vorn. Insgesamt 668 000 Personen überwiesen dem ehemaligen Präsidenten kleine Dollarbeträge, bei Biden waren es 564 000.

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