Hamburg wirft seinem ehemaligen Sportdirektor Stefan Kuntz vor, einer Untersuchung zu Vorwürfen sexueller Belästigung durch weibliche Mitarbeiter des Fußball-Bundesligisten nicht nachgekommen zu sein, was er bestreitet.
Der Hamburger Klub hatte den Abgang von Kuntz ursprünglich am 2. Januar angekündigt. Der frühere deutsche Nationalspieler habe aus familiären Gründen eine Auflösung seines Vertrages nach Weihnachten beantragt.
Am Sonntag veröffentlichte die Bild-Zeitung jedoch Details zu den Vorwürfen mehrerer Hamburger Mitarbeiter und enthüllte, dass sie das Verhalten von Kuntz dem Aufsichtsrat des Vereins gemeldet hatten.
Kuntz, der früher Cheftrainer der türkischen Nationalmannschaft und der deutschen U21-Auswahl war, wurde 2024 von Hamburg ernannt und bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf seinem persönlichen Instagram-Account energisch.
„Ich habe zahlreiche Anfragen bezüglich der jüngsten Berichterstattung in den Medien über mich erhalten“, schrieb er am Sonntagabend. „Zunächst möchte ich sagen, dass mich diese Vorwürfe hart treffen. Es ist klar: Ich lehne diese Vorwürfe kategorisch ab!“
„Im Interesse meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen habe ich meine Anwälte gebeten, gegen diese FALSCHEN Anschuldigungen und Vorurteile vorzugehen.“
Am Montagmorgen veröffentlichte Hamburg eine ausführliche Stellungnahme, in der es die Vorwürfe als „glaubwürdig“ bezeichnete und behauptete, Kuntz habe der Vertragsauflösung in voller Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zugestimmt und sich geweigert, sich an den Ermittlungen zu diesen Vorwürfen zu beteiligen.
„Im Dezember 2025“, heißt es in der Stellungnahme, „wurden dem Aufsichtsrat der HSV Fußballmanagement AG Vorwürfe schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz zur Kenntnis gebracht. Gemäß seiner Zuständigkeit leitete der Aufsichtsrat mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte unverzüglich nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine Untersuchung der Vorfälle ein.“
„Nach sorgfältiger Prüfung und der Feststellung, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend beschlossen, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben. Aufgrund des ausdrücklichen Wunsches der betroffenen Personen hatte und bleibt der Schutz der Betroffenen bei diesem Trennungsprozess höchste Priorität.“
„Trotz wiederholter Angebote lehnte Herr Kuntz eine Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat ausdrücklich ab. Vor diesem Hintergrund sind die Vorwürfe einer ‚Schmutzkampagne‘ gegen Stefan Kuntz offensichtlich unbegründet und irreführend.“
Der Athlet hat einen Rechtsvertreter von Stefan Kuntz kontaktiert und nach der Stellungnahme Hamburgs vom Montag um weitere Stellungnahme gebeten.








