12. Januar 2026
Da der Genfer Autosalon nicht stattfindet, hat sich die Aufmerksamkeit der Automobilhersteller und Verbraucher auf Brüssel verlagert. Mit einem frischen internationalen Fokus nutzten viele Marken die Veranstaltung, um kommende Modelle vorzustellen. Der Autovista24-Journalist Tom Hooker gibt einen Überblick über die wichtigsten Gesprächsthemen des Brüsseler Autosalons.
Mit 67 Marken und vielen Weltpremieren wächst die Präsenz des Brüsseler Autosalons auf der internationalen Bühne. Außerdem wird hier die Auszeichnung „Auto des Jahres“ verliehen, eine der renommiertesten Auszeichnungen der Branche.
Trotz seiner zunehmenden Bedeutung bleibt der Brüsseler Automobilsalon seinen Wurzeln treu. Historisch gesehen handelt es sich um eine verkaufsorientierte Veranstaltung, die für den belgischen Neuwagenmarkt von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus sind zahlreiche Nutzfahrzeuge und Motorräder ausgestellt. Dieses nationale und internationale Angebot macht es zu einem herausragenden Automobilereignis.
Premieren auf dem Brüsseler Autosalon
Kia präsentierte auf dem Brüsseler Autosalon vier Modelle. Einer davon war der EV2, ein Crossover-SUV im B-Segment. Positionierung als kleinstes und günstigstes batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) der Marke in Europa. Es hat eine geschätzte WLTP-Reichweite von bis zu 448 km und bietet bidirektionales Vehicle-to-Load-Laden (V2L).
Die Produktion des BEV wird im ersten Quartal 2026 mit dem Standard-Range-Modell beginnen. Es folgen eine Langstreckenversion und eine „GT Line“-Variante, deren Markteinführung näher zum Verkaufsstart bekannt gegeben werden soll.
Auch die weiteren drei Enthüllungen des Herstellers stammen aus seiner GT-Modellreihe. Dazu gehörten der EV3 GT, der EV4 Hatchback GT und der EV5 GT. Die Produktion dieser drei Modelle wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen.
Unterdessen präsentierte Hyundai die Weltpremiere des Hyundai Staria Electric, eines BEV-Mehrzweckfahrzeugs (MPV) mit 800-Volt-Architektur. Es wird im ersten Halbjahr 2026 in Europa und Korea in den Handel kommen.
Zum MPV gesellte sich das Concept Three, das als Vorläufer des Ioniq 3 bestätigt wurde. Bei dem Modell handelt es sich um ein kompaktes BEV, das in Europa entwickelt und produziert wird. An anderer Stelle hatte der aktualisierte Ioniq 6, eine BEV-Limousine der Mittelklasse, seinen ersten Auftritt auf einer europäischen Automobilmesse.
Mazdas neues BEV
Mazda stellte auf dem Brüsseler Autosalon den CX-6e vor, einen Crossover-BEV-SUV. Mit einer WLTP-Reichweite von bis zu 300 Meilen (482 km) soll es diesen Sommer in Großbritannien auf den Markt kommen. Mazda stellte außerdem seinen neuen CX-5 vor, die dritte Generation des meistverkauften Modells der Marke.





Außerdem feierte der Toyota Hilux auf der Messe sein europäisches Debüt. Die neunte Generation des Modells wird ab April 2026 erstmals als BEV angeboten.
Ab Juli 2026 wird es ihn auch als Hybrid geben, der laut Toyota das meistverkaufte Modell sein wird. Darüber hinaus werden in ausgewählten Märkten Benzin- und Dieselversionen angeboten.
Unterdessen feierte Suzukis E-Vitara seine Europapremiere. Der SUV ist das erste BEV des Autoherstellers, von dem er hofft, dass er einen Wendepunkt für die Marke darstellt. Unterdessen war Isuzu Gastgeber der Europapremiere des neuen D-Max-Pick-ups, der mit einem neu entwickelten Dieselmotor ausgestattet ist.
Subaru veranstaltete die Europapremiere des e-Outback und des Uncharted. Letzterer ist das erste kompakte BEV-SUV der Marke. Es wird sowohl mit Allrad- als auch mit Frontantrieb erhältlich sein, mit einer Reichweite von bis zu 600 km für die Langstreckenversion.
Chinesische Premieren auf dem Brüsseler Autosalon
BYD präsentierte den Atto 2 DM-i auf dem Brüsseler Autosalon. Der kompakte Plug-in-Hybrid-SUV (PHEV) bietet eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 1.000 km. Erste Auslieferungen des Modells werden Anfang dieses Jahres erwartet.




Leapmotor stellte zum ersten Mal in Europa den B03X vor, einen BEV-SUV im B-Segment. Es ist das erste Modell des Automobilherstellers, das auf einer neuen globalen Plattform entwickelt wird. Außerdem wurde der B05 vorgestellt, ein Fließheckmodell im C-Segment mit einer WLTP-Reichweite von 460 km.
Die Marke erweiterte außerdem ihren B10-Antriebsstrang um ein Elektrofahrzeug mit erweiterter Reichweite (EREV), das eine kombinierte Reichweite von 900 km erreichen kann. Das zu SAIC gehörende Unternehmen MG veranstaltete die Europapremiere seines S6. Der elektrische SUV im C-Segment ist mit einem oder zwei Motoren erhältlich und bietet eine WLTP-Reichweite von bis zu 301 Meilen (529 km).
Mehr Marktteilnehmer
Eine Europapremiere feierte auch der Actyon Hybrid von KGM, ein D-Segment-SUV. Xpeng feierte außerdem ein kontinentales Debüt mit dem P7+, dem ersten KI-definierten Fahrzeug der Marke. Das 800-Volt-BEV-Fastback mit einer WLTP-Reichweite von 530 km wird von Magna Steyr in Österreich produziert.


Zeekr kam mit dem 7GT, einem BEV im D-Segment. In der Long-Range-Version mit Hinterradantrieb erreicht der Kombi eine elektrische Reichweite von bis zu 655 Kilometern. Die Allradvariante beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden.
Nio nutzte den Brüsseler Autosalon, um seinen belgischen Markteintritt mit dem ET5 Touring und dem EL6 First Edition anzukündigen. Livan präsentierte den X6 Pro, einen benzinbetriebenen SUV.
Europapremieren auf dem Brüsseler Autosalon
Peugeot wählte den Brüsseler Autosalon als Veranstaltungsort für die Weltpremiere des neuen 408. Die C-Segment-Limousine ist als BEV, PHEV und Mild-Hybrid erhältlich. Die vollelektrische Version bietet V2L-Fähigkeiten und eine WLTP-Reichweite von 456 km.




Die Stellantis-Kollegenmarke Opel veranstaltete eine Weltpremiere für die neue Generation des Opel Astra und Astra Sports Tourer. Ersteres wird als Verbrennungsmotor, Hybrid, PHEV und BEV erhältlich sein. Die vollelektrische Version des Astra verfügt über eine WLTP-Reichweite von 454 km.
Das Herzstück von Citroën war die Premiere des ELO-Konzeptautos. Das Modell basiert auf einer elektrischen Architektur und bietet Platz für bis zu sechs Personen. Der Innenraum kann in einen Schlafplatz für zwei Personen, ein Heimkino oder eine Stromversorgung verwandelt werden.
DS Automobiles warf die Hüllen vom N°4 Concept ab. Das Modell wurde vom DS Design Studio und dem DS Penske Formel-E-Teamfahrer Taylor Barnard entworfen.
Lancia nutzte den Brüsseler Autosalon als Gelegenheit, die wichtigsten Projekte hinter der Relaunch-Strategie der Marke vorzustellen. Der Automobilhersteller legt einen besonderen Fokus auf die Produkt- und kommerzielle Entwicklung auf den europäischen Märkten. Darüber hinaus feierte der Fiat 500 Hybrid in Brüssel sein internationales Debüt.
Preisträger
Einer der Höhepunkte des Brüsseler Autosalons war die Auszeichnung als Auto des Jahres. Eine Jury hochrangiger Autojournalisten aus 23 Ländern stimmte zwischen sieben neuen Modellen ab. Der Gewinner war der Mercedes-Benz CLA, gefolgt vom Skoda Elroq und dem Kia EV4.




Mercedes-Benz veranstaltete im Rahmen der Veranstaltung auch die Weltpremiere des GLB. Das SUV startete mit zwei BEV-Varianten mit 800-Volt-Technologie und einer WLTP-Reichweite von bis zu 631 km. Der GLB verfügt außerdem über die Ladefunktionen Vehicle-to-Grid (V2G) und Vehicle-to-Home (V2H). Geplant ist ein Einstiegsmodell sowie eine Hybridversion.
Porsche enthüllte zwei Europapremieren, den Cayenne Electric und den Macan GTS. Ersterer ist der stärkste Porsche aller Zeiten und beschleunigt in 2,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Ford feierte auf dem Brüsseler Autosalon die Weltpremiere seines überarbeiteten Pick-up-Trucks Ranger. Das Modell wurde um die freihändige autonome Fahrfunktion BlueCruise der Marke erweitert. Die Auslieferung des aktualisierten Ranger ist für Mai 2026 geplant.


Unterdessen war Tesla Gastgeber der Europapremiere des Model 3 Standard. Das BEV ist mit einer WLTP-Reichweite von 534 km das bisher günstigste Modell des Autoherstellers.








