Close Menu
Meilleur en Suisse
  • Finanzen
  • Panorama
  • Reisen
  • Scheinwerfer
  • Schweiz
  • Sport
  • Technologie
  • Welt
  • Wirtschaft
  • Wissenschaft
  • Zürich
Im Trend
Messi und Argentinien spielen im WM-Gruppenspiel gegen Österreich: Alles Wissenswerte | Nachrichten zur Weltmeisterschaft 2026

Messi und Argentinien spielen im WM-Gruppenspiel gegen Österreich: Alles Wissenswerte | Nachrichten zur Weltmeisterschaft 2026

Juni 21, 2026
Das mediterrane Geheimnis, um Ihr Zuhause bei einer Hitzewelle kühl zu halten

Das mediterrane Geheimnis, um Ihr Zuhause bei einer Hitzewelle kühl zu halten

Juni 21, 2026
Fête de la Musique 2026: Wenn ganz Frankreich zu einem großen Musikfestival wird

Fête de la Musique 2026: Wenn ganz Frankreich zu einem großen Musikfestival wird

Juni 21, 2026
Facebook X (Twitter) Instagram
Trendthemen:
  • Feuilleton
  • Gesellschaft
  • Mobilität
  • Panorama
  • Pressemitteilung
  • Scheinwerfer
  • Gaza-Krieg
Login
Facebook X (Twitter) Instagram
Sonntag, Juni 21
Meilleur en Suisse
Abonnieren Verbinden
  • Finanzen
  • Panorama
  • Reisen
  • Scheinwerfer
  • Schweiz
  • Sport
  • Technologie
  • Welt
  • Wirtschaft
  • Wissenschaft
  • Zürich
Meilleur en Suisse
Startseite » Marcel Ophüls war ein Gigant des dokumentarischen Kinos, obwohl er sein Genre nicht mochte – ein Nachruf
Feuilleton

Marcel Ophüls war ein Gigant des dokumentarischen Kinos, obwohl er sein Genre nicht mochte – ein Nachruf

MitarbeiterBy MitarbeiterMai 26, 2025
Share Facebook Twitter Pinterest LinkedIn Telegram Email WhatsApp Copy Link
Marcel Ophüls war ein Gigant des dokumentarischen Kinos, obwohl er sein Genre nicht mochte – ein Nachruf

Für seinen Film über Klaus Barbie gewann Marcel Ophüls einen Oscar. Als Dokumentarfilmer bezog er Stellung, und selbst an historischen Stoffen interessierte ihn die menschliche Seite. Nun ist der deutsch-französische Regisseur im Alter von 97 Jahren gestorben.

Sein langer Dokumentarfilm über Klaus Barbie endete mit einer Widmung an die gute Nachbarin. Die Widmung galt einer Frau, die während der deutschen Besetzung Frankreichs ein jüdisches Kind, das deportiert werden sollte, in ihrer Wohnung versteckte. Diese instinktive Zivilcourage nötigte Marcel Ophüls Respekt ab, umso mehr, als es im Haus dieser guten Nachbarin auch andere gab, die sich gegenteilig verhielten und ihr Verhalten vor Ophüls’ Kamera als zwingend rechtfertigten beziehungsweise verkaufen wollten. So wurde eine unspektakuläre Zeitzeugin aus einem Mehrfamilienhaus in Lyon zur Heldin des Dokumentarfilms «Hôtel Terminus», für den Marcel Ophüls 1988 den Oscar bekam.

Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen

NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.

Bitte passen Sie die Einstellungen an.

Das Bedenkenswerte an Ophüls’ Filmen lag immer im Herunterbrechen der grossen historischen Sujets – im Fall von «Hôtel Terminus» des Lebens und der Zeit von Klaus Barbie, dem Schlächter von Lyon – auf ein menschliches Mass. So stellte sich Nähe her. Marcel Ophüls war ein Gigant des dokumentarischen Kinos und mochte doch das Genre, für das er stand, nicht besonders. Seine Filme machte er als «Dienstnehmer» in fremdem Auftrag, doch das minderte nicht sein Engagement, im Gegenteil.

1988 schrieb er: «Ich bin ein Lohnarbeiter des Kinos in dem Sinne, dass ich mich in jener Tradition sehe, wo man sagt: Gut, wir sind Autoren, aber der Beruf des Filmautors hat weniger mit Dichtern und Denkern zu tun als mit Zirkus. Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner sagte einmal, als er seinem Ärger über völlig schieflaufende Proben Ausdruck gab: ‹Wenn ein Artist etwas vergisst, gibt es gleich drei Genickbrüche. Hier geschieht leider keinem etwas.›» Das Ethos des lohnabhängigen Artisten spricht aus Ophüls’ Arbeiten – unmissverständlich.

Schalkhafter Ernst als Markenzeichen

Geboren am 1. November 1927 in Frankfurt am Main als Sohn des Regisseurs Max Ophüls und der Schauspielerin Hilde Wall, erhielt er seine wesentlichen biografischen Prägungen in Paris, dann in Hollywood, später wieder in Paris. Dort sowie in Kalifornien studierte er auch Philosophie. Bei John Huston, Julien Duvivier und seinem Vater arbeitete er als Regieassistent. CBS News heuerte ihn als Redaktor an; beim Südwestfunk und dem NDR war er Fernsehdramaturg. Eine nuancierte Reflexivität, ohne Absicherung durch Fraktionszwänge oder Korpsgeist, das ist Ophüls zur zweiten Natur geworden und wurde zur Antriebsfeder all seiner Filme.

Ophüls machte seine Filme als europäischer Intellektueller und als Entertainer, als Zeitgeschichtler und Zeitgenosse. Dass es ihm gelang, dies selbstverständlich zu verbinden und fruchtbar zu machen, darin lag seine unverkennbare Handschrift. In gut einem Dutzend Filmen hat Marcel Ophüls sich mit zentralen Momenten der Geschichte unseres Jahrhunderts auseinandergesetzt: dem Münchner Abkommen («Der hundertjährige Frieden»), dem Bürgerkrieg in Nordirland («A Sense of Loss»), den Nürnberger Prozessen und dem Vietnamkonflikt («The Memory of Justice»).

Seine «Kortnergeschichten», ein filmisches Porträt über den grossen deutschen Theatermann, sind schraffierte Spitzfindigkeiten, nicht ausgefeilt, sondern wie nebenbei hingeworfen. Von schalkhaftem Ernst, der sich quasi hinterrücks über die Anekdoten stülpt und sie gnadenlos einfärbt. Eine dieser Kortnergeschichten hat Ophüls in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder gern erzählt. Sie handelt von Kortners erstem Besuch in Wien nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Exil: «Eine Stadt verliert ihren Zauber, ja sogar ihre Gemütlichkeit, wenn es keine Verwandten und Bekannten mehr in ihr gibt, denen man gerne ausweicht. Man will sie zwar nicht treffen, aber da müssen sie sein, und leben müssen sie!»

Mit «November Days», 1991 im Auftrag der BBC gedreht, thematisierte Ophüls ein Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte: den Fall der Mauer und das Jahr danach. Sein letzter Film war «Veillées d’armes» (1994), eine Auseinandersetzung mit der Arbeit der Kriegsreporter im belagerten Sarajevo und eine Polemik gegen die Prioritäten des Medienbetriebs.

Kritik an «feigen Neutralisten»

Marcel Ophüls’ Filme taugen immer noch, wenn auch im Lauf der Jahre weitgehend unsichtbar geworden, als Lektionen. Sie sind das, was Jean-Luc Godard 1978 im Rahmen seiner kanadischen Vorlesungen unter dem Titel «Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos» als Kennzeichen wichtiger Filme genannt hat: Arbeiten, die andere Arbeiten erzeugen.

In einem Glückwunsch-Fax zum dreissigjährigen Bestehen der Duisburger Filmwoche schrieb Ophüls im Jahr 2006: «Seit vierzig Jahren habe ich versucht, die feigen Neutralisten anzugreifen, die sich auf ihre angebliche Toleranz berufen, um ihre eigene Feigheit und geistige Faulheit zu verbergen. Seit vierzig Jahren versuche ich Naturalismus im Dokumentarfilm als Mangel an künstlerischer Fantasie und Vitalität zu entlarven. Seit vierzig Jahren habe ich versucht, gegen den Begriff ‹Objektivität›, dieses stumpfsinnige Alibi für Mangel an Stellungnahme, zu kämpfen. Jetzt, wenn ich die Interviews von jungen Dokumentarfilmern lese, habe ich den etwas wehmütigen Eindruck, dass ich zumindest auf diesem Gebiet etwas erreicht habe.»

Seit mehreren Jahren zurückgezogen in den Pyrenäen lebend, ist Marcel Ophüls am vergangenen Samstag im Alter von 97 Jahren gestorben.

Weiter Lesen

Hamburger Opern-Saisonstart mit Tobias Kratzer: Schreck- und Glückssekunden

Hamburger Opern-Saisonstart mit Tobias Kratzer: Schreck- und Glückssekunden

T. C. Boyle treibt in «No Way Home» einen Arzt in die Existenzkrise

T. C. Boyle treibt in «No Way Home» einen Arzt in die Existenzkrise

Ein Mystiker religiöser Malerei – Fra Angelico ganz gross in Florenz

Ein Mystiker religiöser Malerei – Fra Angelico ganz gross in Florenz

Die Hamas hat ein Kriegsziel längst erreicht: Viele Europäer bekennen sich offen zu ihrer antisemitischen Haltung

Die Hamas hat ein Kriegsziel längst erreicht: Viele Europäer bekennen sich offen zu ihrer antisemitischen Haltung

Schweizer Sprachschulpionier in Russland: «Auch ich musste Schutzgelder bezahlen»

Schweizer Sprachschulpionier in Russland: «Auch ich musste Schutzgelder bezahlen»

Ewige Peinlichkeit: Helle Helles Buch «Hafni sagt» ist ein grosser Roman in hundert kleinen Szenen

Ewige Peinlichkeit: Helle Helles Buch «Hafni sagt» ist ein grosser Roman in hundert kleinen Szenen

Redakteurfavoriten

Das mediterrane Geheimnis, um Ihr Zuhause bei einer Hitzewelle kühl zu halten

Das mediterrane Geheimnis, um Ihr Zuhause bei einer Hitzewelle kühl zu halten

Juni 21, 2026
Fête de la Musique 2026: Wenn ganz Frankreich zu einem großen Musikfestival wird

Fête de la Musique 2026: Wenn ganz Frankreich zu einem großen Musikfestival wird

Juni 21, 2026
Iran-Krieg live: Vance reist in die Schweiz; Israel tötet 16 Menschen im Libanon | US-israelischer Krieg gegen den Iran Nachrichten

Iran-Krieg live: Vance reist in die Schweiz; Israel tötet 16 Menschen im Libanon | US-israelischer Krieg gegen den Iran Nachrichten

Juni 21, 2026
Deutschland bricht die Herzen der Elfenbeinküste. Ist Deniz Undav der beste Ersatzspieler bei der WM?

Deutschland bricht die Herzen der Elfenbeinküste. Ist Deniz Undav der beste Ersatzspieler bei der WM?

Juni 21, 2026
Von Évian nach Brüssel: Eine turbulente Woche voller Diplomatie mit hohen Einsätzen

Von Évian nach Brüssel: Eine turbulente Woche voller Diplomatie mit hohen Einsätzen

Juni 20, 2026

Neueste Nachrichten

Wie stehen die politischen Fraktionen im Iran zum US-Friedensabkommen? | US-israelischer Krieg gegen den Iran Nachrichten

Wie stehen die politischen Fraktionen im Iran zum US-Friedensabkommen? | US-israelischer Krieg gegen den Iran Nachrichten

Juni 20, 2026
FIFA Männer-Weltmeisterschaft 2026: Wie Deutschland die Runde der letzten 32 erreichen kann

FIFA Männer-Weltmeisterschaft 2026: Wie Deutschland die Runde der letzten 32 erreichen kann

Juni 20, 2026
Nach Angaben des Libanon hat Israel eine Welle neuer Angriffe durchgeführt, bei denen mindestens fünf Menschen getötet wurden

Nach Angaben des Libanon hat Israel eine Welle neuer Angriffe durchgeführt, bei denen mindestens fünf Menschen getötet wurden

Juni 20, 2026
Facebook X (Twitter) Pinterest TikTok Instagram
© 2026 Meilleur en Suisse. Alle Rechte vorbehalten.
  • Datenschutzrichtlinie
  • Nutzungsbedingungen
  • Kontakt

Type above and press Enter to search. Press Esc to cancel.

Sign In or Register

Welcome Back!

Login to your account below.

Lost password?