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Startseite » Mark Robinson will Gouverneur von North Carolina werden. Seine rassistischen Äusserungen werden dem «schwarzen Nazi» wohl zum Verhängnis
Welt

Mark Robinson will Gouverneur von North Carolina werden. Seine rassistischen Äusserungen werden dem «schwarzen Nazi» wohl zum Verhängnis

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 23, 2024
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Mark Robinson will Gouverneur von North Carolina werden. Seine rassistischen Äusserungen werden dem «schwarzen Nazi» wohl zum Verhängnis

Vom Quereinsteiger zum Querschläger: Der Afroamerikaner Mark Robinson provoziert mit kruden Äusserungen. Wer ist der Mann?

Die Stadt Greensboro im amerikanischen Gliedstaat North Carolina spielt für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung eine wichtige Rolle. Hier begannen 1960 die Sitzstreiks, bei denen sich vier schwarze College-Studenten an Tische setzten, die Weissen vorbehalten waren. Ihr friedlicher Protest wurde zum Vorbild für ähnliche Aktionen im ganzen Land im Kampf gegen die Rassentrennung.

Aus Greensboro stammt auch Mark Robinson. Der Republikaner könnte als erster Afroamerikaner Gouverneur von North Carolina werden. Doch in der Nachfolge der Bürgerrechtsbewegung sieht sich der derzeitige Vizegouverneur des Gliedstaats keineswegs. Im Gegenteil.

Robinsons Wahlkampfteam tritt zurück

Bereits in der Vergangenheit hatte Robinson Demonstranten gegen Polizeigewalt «schwachsinnige Neger» genannt und war durch rassistische, transphobe und antisemitische Bemerkungen aufgefallen.

Der Sender CNN hat nun in einer investigativen Recherche weitere brisante Äusserungen zutage gefördert. Diese schrieb Robinson zwischen 2008 und 2012 unter dem Pseudonym «minisoldr» auf dem Message-Board der Porno-Website «Nude Africa».

Unter anderem bezeichnet er sich dort als einen «schwarzen Nazi» und lässt Sympathien für Adolf Hitler erkennen. Er erklärt, die Sklaverei sei nicht grundsätzlich schlecht gewesen. Er wünsche sich, dass jemand die Sklaverei wieder einführe, er würde sicherlich ein paar Sklaven kaufen.

Nach den Enthüllungen von CNN traten am Sonntag die meisten leitenden Mitarbeiter seines Wahlkampfteams zurück. Mittlerweile aber häufen sich die Gerüchte, dass führende Republikaner des Gliedstaats sowie Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam Robinson zum Aufgeben drängen. Denn North Carolina gilt als umkämpfter Staat in der Präsidentenwahl.

Es mehren sich die Zweifel, dass es Robinson gelingen kann, unentschlossene Wähler von sich zu überzeugen. Mittlerweile liegt der demokratische Kandidat Josh Stein in Umfragen vorn. Der amtierende Justizminister könnte der erste jüdische Gouverneur des Gliedstaates werden.

Doch Robinson selbst denkt nicht ans Aufgeben. Den CNN-Bericht bezeichnete er als «anzügliche Boulevardlüge».

I wanted to take a minute to address the latest outrageous lies coming from my opponent’s dishonest campaign: #ncgov #ncpol pic.twitter.com/RtteVUiozr

— Mark Robinson (@markrobinsonNC) September 19, 2024

Robinson wurde als neuntes von zehn Kindern 1968 im ländlichen North Carolina geboren, wenige Jahre nach dem Ende der Rassentrennung. Die Familie war arm, sein Vater soll alkoholabhängig und gewalttätig gewesen sein. Robinson trat in die Armee ein, arbeitete später als Möbelbauer. Ein Geschichtsstudium brach er ab.

Robinson ist für seine aufrührerische Rhetorik bekannt. Die «New York Times» nannte ihn wegen seiner wütenden Rhetorik einmal den «Flammenwerfer der Republikaner». Seine politische Karriere begann mit einer wütenden Rede, die er 2018 hielt. Er verteidigte darin das Recht auf freien Waffenbesitz. Anlass war ein Schulmassaker gewesen. Ein Video seines Auftritts ging viral, unterstützt von der National Rifle Association, der grössten Waffenlobby der USA.

Holocaustleugner und selbsterklärter «Perverser»

Als Politiker predigt Robinson das eine und tut das andere. Er wettert gegen Staatshilfen, obwohl seine Frau und er selber für ihr Unternehmen Gelder aus Washington in Anspruch nahmen. Frauen, die abtreiben, sind für ihn Mörderinnen. Doch seine Frau und er trieben in den achtziger Jahren selber ein Kind ab.

Viele seiner auf dem Portal «Nude Africa» hinterlassenen Kommentare stehen im Gegensatz zu seinen öffentlichen Äusserungen als Politiker. Transpersonen sind in seinen politischen Reden «degeneriert» und «Dreck». Er unterstellt Transgender-Menschen, sich nur den Zugang zu Damentoiletten erschleichen zu wollen. Wer auf einer Toilette des anderen Geschlechts erwischt werde, müsse bestraft werden, forderte er im Wahlkampf. Auf der Porno-Website «Nude Africa» dagegen schreibt er, wie er als 14-Jähriger Frauen in Turnhallen-Duschen beobachtet habe. Dies habe ihn erregt, er phantasiere noch immer davon. Auf der Plattform nennt er sich selber einen «Perversen». Zudem gibt er in «Nude Africa» zu, dass er auf Pornos mit Transmenschen stehe.

Sowohl in seinen politischen Reden als auch auf der Plattform zieht Robinson immer wieder über den Bürgerrechtler Martin Luther King her. Auf «Nude Africa» nannte er ihn einen «verfickten kommunistischen Bastard». In den letzten Jahren hat Robinson auch mit antisemitischen Wutausbrüchen für Furore gesorgt. So leugnet er die Ermordung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs, zeigt Sympathien für Hitler. Muslime bezeichnet er als «Invasoren».

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich bisher nicht zu der neuen Kontroverse geäussert. Zuvor hatte er Robinsons Kandidatur unterstützt und ihn im März noch anerkennend als «Martin Luther King auf Steroiden» bezeichnet. An einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina am Wochenende erwähnte er den Namen Robinson allerdings nicht.

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