Am Montag kam es bundesweit zu erheblichen Beeinträchtigungen des öffentlichen Nahverkehrs, da ein groß angelegter Warnstreik in vielen Regionen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen zum Erliegen brachte. Hier sind die Passagiere am stärksten betroffen.
Der öffentliche Nahverkehr kam am Montag in weiten Teilen Deutschlands nahezu zum Erliegen, nachdem die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks bei rund 150 kommunalen Verkehrsbetrieben aufgerufen hatte.
Nach Angaben der Gewerkschaft sind fast alle Bundesländer betroffen, lediglich Niedersachsen ist aufgrund eines bestehenden Tarifvertrags, der rund 5.000 Arbeitnehmer abdeckt, ausgenommen.
Der Streik begann in den frühen Morgenstunden, als die ersten Depots am Montagmorgen ab 3 Uhr morgens schlossen. Der Streik wird voraussichtlich 24 Stunden später am Dienstag um 3 Uhr morgens enden.
Millionen von Pendlern hatten schwierige Fahrten zu bewältigen, die durch die Vorhersage von Eisregen und vereisten Straßen in mehreren Regionen noch verschlimmert wurden.
Welcher Transport fährt noch?
Mehrere Dienste sind nicht an dem Streik beteiligt, darunter:
- Regional- (RE) und Fernverkehrszüge (IC, EC und ICE) der Deutschen Bahn
- S-Bahn-Netze in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg und dem Rhein-Main-Gebiet
- Private Bus-Subunternehmer
- HADAG-Fähren in Hamburg
Wo der Nahverkehr am Montag nicht fährt
Das Ausmaß der Störungen variiert in ganz Deutschland, wobei Großstädte und Verkehrsknotenpunkte voraussichtlich am stärksten betroffen sein werden.
Die Stadtstaaten sind: Berlin, Hamburg und Bremen
Laut Verdi stand der U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnverkehr in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen nahezu still.
In BerlinEs verkehren nur die S-Bahn und eine begrenzte Anzahl Busse. Um ein Einfrieren der Oberleitungen zu verhindern, sollen nach derzeitiger Planung einige Straßenbahnen weiterhin fahren, allerdings ohne Fahrgäste.
Während des Streiks sollen Fahrgäste weiterhin die Jelbi-Sharing-Dienste sowie eine Reihe von Buslinien externer Unternehmen nutzen können. Dazu gehören:
106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363, N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95, N97.
Weitere Informationen finden Sie hier.
In HamburgS-Bahnen und HADAG-Fähren sollten weiterhin verkehren.
Betroffen waren die meisten Buslinien der vhh.mobility in Hamburg und angrenzenden Kreisen in Schleswig-Holstein, wobei der Betreiber je nach Personalausstattung und örtlichen Gegebenheiten mit einem eingeschränkten Betrieb auf einigen isolierten Linien rechnet.
Die städtischen Verkehrsbetriebe Ahrensburg und Bargteheide sollen voraussichtlich weiterhin im Normalbetrieb verkehren. Diese Dienste werden von der Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft (ABG) betrieben, die über einen eigenen Tarifvertrag verfügt. Weitere Informationen finden Sie hier.
Bayern
In München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt ist mit umfangreichen Serviceausfällen zu rechnen.
In geringerem Maße dürften auch Bayreuth, Schwabach und Ingolstadt betroffen sein.
In MünchenDie Straßenbahnlinie 20 (Karlsplatz/Stachus–Moosach Bahnhof) verkehrt voraussichtlich bis ca. 13 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. Alle anderen Straßenbahnlinien wurden gestrichen.
Darüber hinaus wird erwartet, dass einige Busse am Montag unregelmäßig verkehren. Die folgenden Linien verkehren voraussichtlich alle 20 – 30 Minuten:
X30, X35, X36, 157, 160, 161, 162, 164, 168, 174, 176, 180, 181, 182.
Die folgenden Linien werden voraussichtlich stündlich verkehren:
100, 130, 134, 136, 139, 140, 141, 144, 149, 155, 158, 159, 163, 165, 166, 167, 170, 171, 172, 173, 175, 177, 178, 179, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197, 198, 199.
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Nordrhein-Westfalen
Die meisten großen kommunalen Betreiber haben angekündigt, sich am Streik zu beteiligen – darunter auch in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Oberhausen, Gelsenkirchen und Bielefeld.
Nur wenige Anbieter, etwa die Aseag in Aachen, sind nicht beteiligt.
Baden-Württemberg
Cities such as Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen and Konstanz are set to experience significant disruptions, with buses and trams remaining in depots.
Hessen
Dem Streik schlossen sich Beschäftigte des Stadtverkehrs in Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Gießen und Marburg an.
Rheinland-Pfalz
In Mainz, Trier, Kaiserslautern und Pirmasens wurden die Verbindungen eingestellt, einige Absagen begannen bereits am Sonntagabend.
Saarland
Sämtliche Saarbahn- und Buslinien sind gestrichen. Für Saarbrücken waren Demonstrationen und eine zentrale Kundgebung geplant.
Sachsen
Lediglich die City-Bahn in Chemnitz wird voraussichtlich weiter fahren, in Dresden, Leipzig und Zwickau wird es voraussichtlich ganztägige Streiks geben.
Saxony-Anhalt
Betroffen sein dürften Busse und Straßenbahnen in Halle, Magdeburg und im Burgenlandkreis.
Thüringen
Beteiligt waren Betreiber aus Erfurt, Jena, Gera, Weimar und mehreren umliegenden Landkreisen.
Brandenburg
Sixteen municipal operators are participating, including those in Potsdam, Cottbus, Uckermark, Barnim, Oder-Spree and Dahme-Spreewald.
Mecklenburg-Vorpommern
In Städten wie Schwerin, Ludwigslust-Parchim, Rostock, Greifswald und Nordwestmecklenburg werden am Montag voraussichtlich bis zu 80 Prozent der Busse und Straßenbahnen nicht fahren.
Niedersachsen
Niedersachsen ist das einzige Bundesland, das davon nicht betroffen ist und alle Dienste voraussichtlich planmäßig verkehren.
Was Pendler und Eltern wissen müssen
Das deutsche Arbeitsrecht legt den Arbeitnehmern das „Reiserisiko“ auf. Daher wird von den Arbeitnehmern weiterhin erwartet, dass sie pünktlich an ihrem Arbeitsplatz ankommen, auch wenn der öffentliche Verkehr gestört war.
Arbeitsrechtsspezialisten betonten:
- Ein verspätetes Erscheinen allein aufgrund von Bus- oder Straßenbahnausfällen ist Mitarbeitern nicht gestattet.
- Homeoffice ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers erlaubt.
- Die Verantwortung dafür, dass die Kinder die Schule erreichen, bleibt weiterhin bei den Eltern. Ein ausgefallener Schulbus schon nicht Schüler von der Anwesenheitspflicht befreien.
Starker Verkehr auf den Straßen
Der Streik fiel mit eisigem Wetter in vielen Teilen des Landes zusammen, das voraussichtlich zu erheblichen Staus auf Straßen und Autobahnen führen wird.
Verkehrsexperten empfahlen, Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr zu meiden, vor der Fahrt die Verkehrslage zu prüfen und früher als üblich loszufahren.
Worum geht es in dem Streik?
Die Verhandlungsführer von Verdi sagten, der Streik ziele darauf ab, den Druck auf die laufende Tarifverhandlungsrunde zu erhöhen, in der die Arbeitnehmer kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendschichten fordern.
Gewerkschaftsvertreter sagten, dass Arbeitskampfmaßnahmen notwendig seien, um die Arbeitgeber zu sinnvollen Verbesserungen zu bewegen. Doch viele Arbeitgeber bezeichneten den Streik als unverhältnismäßig und die Forderungen als überzogen.









