Wissenschaftler haben eine bemerkenswerte Sammlung mumifizierter Gepardenreste aus Höhlen im Norden Saudi-Arabiens ausgegraben. Die Entdeckung umfasst sieben Mumien sowie die Knochen von 54 anderen Geparden, die an einem Ort in der Nähe der Stadt Arar gefunden wurden.
Diese alten Großkatzen sind zwischen 130 und über 1.800 Jahre alt. Mumifizierung, ein Prozess, der den Verfall verhindert, kann auf natürliche Weise in Umgebungen wie Wüstensand stattfinden, obwohl ägyptische Mumien allgemeiner anerkannt sind. Die neu entdeckten Exemplare weisen trübe Augen und geschrumpfte Gliedmaßen auf, die wie ausgetrocknete Schalen aussehen.
„Das ist etwas, was ich noch nie zuvor gesehen habe“, sagte Joan Madurell-Malapeira von der Universität Florenz in Italien, die nicht an der Entdeckung beteiligt war.
Forscher sind sich nicht sicher, wie genau diese neuen Großkatzen mumifiziert wurden, aber laut der neuen Studie, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift Communications Earth and Environment veröffentlicht wurde, könnten die trockenen Bedingungen und die stabile Temperatur in den Höhlen eine Rolle gespielt haben.
Sie wissen auch nicht, warum so viele Geparden in den Höhlen waren. Es könnte sich um einen Wohnort gehandelt haben, an dem Mütter ihre Jungen zur Welt brachten und großzogen.
Wissenschaftler haben die seltenen mumifizierten Überreste anderer Großkatzen entdeckt, darunter eines Säbelzahnkatzenjungen in Russland.
Es ist ungewöhnlich, dass große Säugetiere in diesem Ausmaß erhalten bleiben. Abgesehen davon, dass sie sich in der richtigen Umgebung befinden, dürfen die Kadaver auch nicht zum Snack für hungrige Aasfresser wie Vögel und Hyänen werden.
Geparden lebten einst in den meisten Teilen Afrikas und Teilen Asiens, heute leben sie nur noch in 9 % ihres früheren Verbreitungsgebiets und wurden auf der Arabischen Halbinsel seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet. Dies ist wahrscheinlich unter anderem auf den Verlust des Lebensraums, die unregulierte Jagd und den Mangel an Beute zurückzuführen.
Zum ersten Mal bei natürlich mumifizierten Großkatzen konnten Wissenschaftler auch einen Blick auf die Gene der Geparden werfen und fanden heraus, dass die Überreste modernen Geparden aus Asien und Nordwestafrika am ähnlichsten waren. Diese Informationen könnten bei künftigen Bemühungen zur Wiederansiedlung der Großkatzen an Orten, an denen sie nicht mehr leben, hilfreich sein.








