Ungefähr ein Drittel der bekannten Libellen- und Libellenarten Indiens könnten aufgrund der raschen Urbanisierung in den letzten Jahren ausgestorben sein, wie eine einzigartige Umfrage vor dem Hintergrund eines alarmierenden Rückgangs der weltweiten Insektenpopulationen zeigt.
Die bahnbrechende zweijährige Untersuchung der unberührten Westghats in Indien weist auf einen besorgniserregenden Trend in der Region hin, die als einer der Biodiversitäts-Hotspots der Welt gilt.
Forscher warnen davor, dass das wahrscheinliche lokale Aussterben von Libellen- und Libellenarten besonders alarmierend ist, da diese Arten empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren und für ihre Fortpflanzung auf Süßwasserökosysteme angewiesen sind.
Die fehlenden Libellen und Libellen, auch Odonaten genannt, deuten darauf hin, dass in dieser Region auch andere Tiergruppen bedroht sein könnten.
Diese Arten gelten allgemein als „Indikatortaxa“, da sie einen relativ kurzen Lebenszyklus haben und schnell auf Veränderungen reagieren.
Ihr Fehlen in den Western Ghats spiegelt direkt die ökologische Gesundheit der Gewässer wider, sagen Wissenschaftler.
Im Rahmen der Studie führten Wissenschaftler des Maharashtra Institute of Technology-World Peace University im westlichen Distrikt Pune zwischen Februar 2021 und März 2023 gründliche Feldforschung durch.
Sie untersuchten Odonate in der Region und deckten ein breites Spektrum an Süßwasserlebensräumen ab, darunter Flüsse, Bäche, Wasserfälle, Teiche, Seen und Dämme.
Viele dieser Standorte waren abgelegene Gebiete, deren schwieriges Gelände extreme logistische Herausforderungen mit sich brachte.
Die Forscher erfassten 143 verschiedene Odonatarten, darunter 40 in den Western Ghats endemische Arten.
Sie stellten jedoch fest, dass dies nur etwa 65 Prozent der historisch aus der Region bekannten Arten ausmachte.
Die Untersuchung weist darauf hin, dass in den Western Ghats, einer 1.600 km langen Bergkette an der Westküste Indiens, möglicherweise „35 Prozent fehlende“ oder unentdeckte Libellen- und Libellenarten vorkommen.
Dies deutet darauf hin, dass es in der Region zu einem alarmierenden Artenrückgang, einer Verschlechterung des Lebensraums und einem größeren ökologischen Stress kommt.
„Diese Studie ist das Ergebnis einer der umfangreichsten Odonata-Umfragen in den Western Ghats“, sagte der Ökologe Pankaj Koparde, einer der Autoren des Berichts.
„Unsere Untersuchung konnte nur 65 Prozent der bekannten Odonata-Fauna der Ghats wiederherstellen, was auf einen plausiblen Verlust von Arten und Lebensräumen hinweist“, sagte er den lokalen Nachrichten.

Den Forschern zufolge deuten die Ergebnisse auf vielfältige, zunehmende Bedrohungen für die Tierwelt in den unberührten Western Ghats hin, darunter Infrastrukturentwicklung, Wasserkraftprojekte, schwere Umweltverschmutzung und großflächige Landnutzungsänderungen.
Auch unregulierter Tourismus, wiederkehrende Waldbrände und der Klimawandel fragmentieren und degradieren diese Ökosysteme, heißt es.
Jüngste Studien aus der Region deuten ebenfalls auf diesen Trend hin und zeigen einen Rückgang der Süßwassertiere in der Region, der durch die Konkurrenz gedeihender invasiver nicht heimischer Arten verschärft wird.
Die neueste Erkenntnis erfolgt auch vor dem Hintergrund eines Trends, dass die Insektenpopulationen weltweit rapide um etwa ein bis zwei Prozent pro Jahr zurückgehen und 40 Prozent oder mehr der Arten vom Aussterben bedroht sind.







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