Vor nicht allzu langer Zeit konnten sogar Last-Minute-Reisende günstige Flüge von Deutschland in weite Teile Europas finden, aber da die Treibstoffkosten steigen und Billigfluggesellschaften Flüge aus dem Land verlagern, wird es immer schwieriger, günstige Flugreisen zu finden.
Die Zeiten, in denen man Flüge von Deutschland nach Barcelona, Rom oder London für 9,99 Euro ergattern konnte, scheinen vorbei zu sein.
Aktuelle durchschnittliche Flugpreise zeigen, dass die Flugpreise in diesem Sommer deutlich steigen, selbst bei Europas Billigfluggesellschaften. Mittlerweile streichen einige dieser Fluggesellschaften Strecken von deutschen Flughäfen.
Für Reisende ist der Trend ziemlich eindeutig: Sie sehen weniger Direktflüge, höhere Preise und ein wachsendes Bedürfnis, lange im Voraus zu buchen.
Laut einer neuen Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) liegt der durchschnittliche One-Way-Tarif ohne aufgegebenes Gepäck mittlerweile zwischen 81 Euro bei Wizz Air und 141 Euro bei Eurowings.
Ryanair, seit langem ein Synonym für megagünstiges Reisen, verlangte im Durchschnitt fast 90 Euro, während EasyJet im Durchschnitt knapp über 107 Euro verlangte.
Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum letzten Jahr, als die Durchschnittspreise zwischen 67 und 130 Euro lagen.
Bemerkenswert ist, dass diese Preise nur das einfachste Ticket abdecken, bei dem Passagiere nur eine kleine persönliche Tasche mitnehmen dürfen. Das Mitbringen eines zusätzlichen Handgepäcks, aufgegebenes Gepäck oder die Wahl Ihres Sitzplatzes gelten als Extras, die mehr kosten.
Die DLR-Zahlen stützen die offiziellen Inflationsdaten, die diese Woche vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden und laut denen die Flugpreise im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen sind.
Die Flüge innerhalb Europas, die am häufigsten für Wochenendausflüge und Sommerferien genutzten Strecken, stiegen um 11,5 Prozent.
Warum steigen die Fahrpreise?
Einer der Gründe für die steigenden Preise ist ganz einfach: In Deutschland gibt es immer noch weniger Flüge als vor der Pandemie.
Laut dem Luftfahrtverband BDL fliegen Billigflieger nur 82 Prozent ihrer Flugpläne vor Corona in Deutschland, während die Billigflugkapazitäten anderswo in Europa im gleichen Zeitraum um mehr als 30 Prozent gewachsen sind.
Der Unterschied ist auch auf erhöhte Kosten zurückzuführen. CEOs und Sprecher von Fluggesellschaften haben wiederholt darauf hingewiesen, dass Deutschland aufgrund der Luftverkehrssteuer und der Flughafengebühren zu den teuersten Ländern Europas gehört, von denen aus man operieren kann.
Die Bundesregierung hat kürzlich die Flugreisesteuer zwar um 2,50 € auf 11,40 € pro Passagier auf Flügen gesenkt, aber die Fluggesellschaften sagen, dass Sicherheitsgebühren, Flugsicherungsgebühren und andere Flughafenkosten nach wie vor zu den höchsten in Europa gehören.
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Anstatt diese Kosten zu übernehmen, verlegen die Fluggesellschaften ihre Flugzeuge zunehmend in Länder, in denen das Fliegen günstiger ist.
Anfang des Jahres bestätigte Ryanair, dass es seine Basis in Berlin ab dem Winterflugplan 2026 schließen und die verbleibenden Flugzeuge auf andere europäische Flughäfen verlagern wird.
Auch Lufthansa hat nach der Schließung ihrer Regionaltochter CityLine Zehntausende Flüge gestrichen und bereits vor weiteren Kürzungen im nächsten Jahr gewarnt.
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Was bedeutet das für die Passagiere?
Für Flugreisende in Deutschland werden Flüge teurer, da weniger Sitzplätze bedeuten, dass die Fluggesellschaften weniger Anreize haben, über den Preis zu konkurrieren. Gerade in den Schulferien und auf den beliebten Strecken in Europa wird es immer schwieriger, Last-Minute-Schnäppchen zu finden.
Die DLR-Studie ergab, dass Tickets, die einen Tag vor Abflug gebucht werden, je nach Fluggesellschaft durchschnittlich zwischen 118 und 201 Euro liegen und dass eine Buchung drei Monate im Voraus in der Regel eine bessere Chance auf den günstigsten Tarif bietet.
Natürlich gibt es immer noch gelegentliche Schnäppchen; Forscher fanden beispielsweise ein Ryanair-Ticket von Karlsruhe nach London für 15 Euro, das am Tag vor dem Abflug erhältlich war, aber diese werden immer seltener.
Für Passagiere, die in Grenznähe zu Deutschland wohnen, könnte der wachsende Preisunterschied auch Flughäfen in den Nachbarländern attraktiver machen.
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Flughäfen in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Polen und der Tschechischen Republik verfügen möglicherweise über eine größere Auswahl an Billigstrecken.
Unter dem Strich ist es unwahrscheinlich, dass Reisende in absehbarer Zeit eine Rückkehr zur Ära der 10-Euro-Flüge erleben werden.








