22. Juni 2026
Der österreichische Markt für neue Elektrofahrzeuge (EV) wurde bisher durch Kaufzuschüsse unterstützt. Aber werden andere Anreize ohne ihre Hilfe im Jahr 2026 die Nachfrage stützen? Tom Hooker, Autovista24-Journalist, gibt einen Überblick über den Markt.
Kaufzuschüsse können ein wichtiger Treiber für die Steigerung des Elektrofahrzeugabsatzes sein. Dies gilt insbesondere im privaten Sektor. Der österreichische Elektrofahrzeugmarkt hat bereits zuvor von einer solchen Regelung profitiert.
Allerdings hat die Bundesregierung die Subventionen für Elektrofahrzeuge im Februar 2025 aufgrund der Erschöpfung des Budgets eingestellt, berichtet das European Alternative Fuels Observatory. Das Gremium gibt außerdem an, dass batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) ab dem 1. April 2025 nicht mehr von der Kfz-Versicherungssteuer befreit seien.
Darüber hinaus hat sich die Rate der Installation öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Österreich verlangsamt, wie EV Volumes bestätigt. Ihre Daten zeigen die Anzahl der Standorte, an denen ein Steckertyp gefunden werden kann, und spiegeln die Vielfalt der Ladegeräte wider.
Nach dieser Kennzahl gab es im Mai dieses Jahres im Land 20.723 öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Dies entsprach einem Wachstum von 14,3 % gegenüber dem Vorjahr. Unterdessen verzeichnete der Mai 2025 einen Anstieg von 24 %.
Vorherrschendes EV-Wachstum
Trotz dieser Faktoren stiegen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen, einschließlich BEVs und Plug-in-Hybriden (PHEVs), in den ersten vier Monaten des Jahres 2026.
Den neuesten Daten von EV Volumes zufolge stiegen die Auslieferungen in Österreich von Januar bis April im Jahresvergleich um 27,3 %. Insgesamt wurden 35.604 Einheiten verkauft.
Damit übertraf die Entwicklung den gesamten Neuwagenmarkt, der laut Statistik Austria in den ersten vier Monaten des Jahres ein Plus von 15,3 % verzeichnete.
Aufgeschlüsselt zeigten die PHEVs von Januar bis April eine größere Verbesserung als die BEVs. Die Hybridtechnologie verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Absatzanstieg von 37,6 % auf 11.190 Einheiten. Vollelektrische Modelle konnten derweil einen Anstieg von 23 % auf 24.414 Auslieferungen verzeichnen.
Im April trat jedoch der gegenteilige Trend ein. BEVs profitierten von einem Wachstum von 24,8 % im Jahresvergleich, vor dem Zuwachs von 17,7 % bei PHEVs. Insgesamt lag das Gesamtwachstum der Elektrofahrzeugverkäufe im April bei 22,6 % und lag damit über dem Gesamtmarktwachstum von 10,7 %.
Attraktive EV-Vorteile
Ein Grund für dieses Wachstum könnten andere anhaltende finanzielle Anreize sein, wie beispielsweise die Befreiung von BEVs von der Zulassungssteuer.
Auch für Unternehmen ergeben sich erhebliche Vorteile. Dazu gehört die Befreiung von Eigentums- und Umweltsteuern für emissionsfreie Fahrzeuge. Darüber hinaus können Unternehmen die Mehrwertsteuer für BEVs bis zu einem Preis von 40.000 Euro vollständig absetzen. Teilweise Abzüge sind für Fahrzeuge möglich, deren Preis zwischen 40.000 und 80.000 Euro liegt.
Daneben gewährt die österreichische Regierung zwar keine Kaufzuschüsse mehr, investiert aber in die Ladeinfrastruktur.
Ein Programm des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, eMove Austria, stellt im Jahr 2026 rund 220 Millionen Euro für die E-Mobilität bereit. Darüber hinaus wird das Ministerium in diesem Jahr 30 Millionen Euro in den Bau von Schnellladestationen in ländlichen, unterversorgten Gebieten investieren.
Der Schwerpunkt der Förderstruktur liegt künftig auf dem Ausbau von Ladestandorten. Letztendlich könnte mit diesen Investitionen die Zahl der Ladepunkte in Österreich deutlich wachsen. Dies könnte wiederum mehr Käufer davon überzeugen, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen.
Tesla Model Y macht es vor
Das Tesla Model Y war in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 die beliebteste Option. Der Crossover verzeichnete zwischen Januar und April 2.047 Verkäufe. Es führte mit Abstand den BEV-Markt an und verzeichnete mehr als doppelt so viele Auslieferungen wie Österreichs führender PHEV.
Auf das Model Y entfielen 5,7 % aller Neuverkäufe von Elektrofahrzeugen im Land. Sein Schwestermodell, das Tesla Model 3, machte derweil 1,5 % aus. Die Limousine belegte mit 538 Einheiten den neunten Platz in der Gesamttabelle, schaffte es jedoch nicht in die Top 10 im April.
Unterdessen verzeichnete der BYD Atto 3 das beste jährliche Wachstum aller BEV in den Top 10 im April. Mit 241 Verkäufen bedeutete dies eine Steigerung von 1.105 %. Während sich das Modell außerhalb der kumulierten Top 10 platzierte, belegte sein Schwestermodell, der Sealion 7, mit 775 Verkäufen den siebten Platz.
Die volumenstarken SUVs von Skoda
Das zweitmeistverkaufte BEV in Österreich zwischen Januar und April war der Skoda Elroq. Der SUV verzeichnete 1.493 Auslieferungen, gefolgt von seinem größeren Bruder, dem Enyaq, der 1.268 Verkäufe erzielte. Das Duo war im April auch die beiden meistverkauften BEVs, unterstützt durch ein zweistelliges Wachstum im Jahresvergleich.
In der Summentabelle tauchten vier weitere Modelle des Volkswagen (VW)-Konzerns auf. Der VW ID.3 belegte mit 866 verkauften Einheiten den vierten Platz, während der VW ID.7 mit 789 Verkäufen den sechsten Platz belegte.
Weiter unten in der Tabelle landete der VW ID.4 mit 664 Einheiten auf dem achten Platz, während der Audi Q6 e-tron die Tabelle auf dem zehnten Platz abrundeteTh. Der SUV verzeichnete zwischen Januar und April 531 Verkäufe.
Der BMW iX1 verzeichnete zwischen Januar und April 806 Verkäufe. Dies verhalf ihm zum Aufstieg auf den fünften Platz und trennte die beiden beliebtesten VW-Modelle.
Ein turbulenter PHEV-Markt
Der VW Golf war zwischen Jänner und April Österreichs meistverkaufter PHEV. Allerdings verlief dieses Jahr für das Fließheck nicht einfach. Während die Gesamtzahl von 839 Einheiten einem führenden Marktanteil von 7,5 % entspricht, wurden im April nur 115 dieser Verkäufe getätigt. Dies reichte nur für den 10. PlatzTh in der Bestseller-Tabelle des Monats.
Sein größter Konkurrent kam aus dem VW-Konzern, nämlich der Cupra Terramar. Der SUV verzeichnete in den ersten vier Monaten des Jahres 685 Auslieferungen und führte damit die Monatswertung im April an. Der VW Multivan belegte in diesem Monat den zweiten Platz und steigerte seine Verkaufszahl von Januar bis April auf 511. Dies reichte für den fünften Platz in der Gesamtwertung.
Es war der BYD Seal U, der nach vier Monaten des Jahres 2026 mit 563 Einheiten den Modellen des VW-Konzerns folgte. Doch ebenso wie der VW Golf hatte auch das SUV im April Probleme und landete außerhalb der Top 10. Dennoch sicherte sich BYD in diesem Monat immer noch die Plätze fünf und acht, dank des Seal 6 bzw. des Atto 2.
Der Jaecoo J7 war von Januar bis April mit 520 Verkäufen der viertbeste PHEV. Dazu trug auch ein starkes Monatsergebnis bei, bei dem das Modell den dritten Platz belegte.
Zwischen Januar und April belegte der Ford Kuga mit 497 Einheiten den sechsten Platz. Der Mercedes-Benz GLC belegte mit 450 Auslieferungen den siebten Platz und lag damit nur zehn Einheiten vor dem MG eHS. Abgerundet wurde die Top 10 durch den Volvo XC60 und den BMW X3 mit 428 bzw. 411 Verkäufen.








