Am Montag wurde in Berlin eine brandneue S-Bahn-Verbindung eröffnet, die die Fahrzeiten zum Hauptbahnhof verkürzt – doch obwohl einige Vorteile sofort spürbar sind, wird der vollständige Ausbau der Strecke voraussichtlich noch Jahre dauern.
Berliner Pendler haben ab Montag eine neue Transportmöglichkeit, denn kurz vor Mittag nimmt die lang erwartete S-Bahn-Linie S15 offiziell den Personenverkehr auf.
Die Strecke verkehrt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Gesundbrunnen und dem Berliner Hauptbahnhof und verspricht kürzere Fahrten und einfachere Verbindungen – insbesondere für diejenigen, die aus dem Norden der Stadt anreisen.
Es wird erwartet, dass täglich rund 40.000 Passagiere die Linie nutzen. Der Start macht aber auch erneut auf die langen Verzögerungen aufmerksam, mit denen das Projekt konfrontiert war, sowie auf die Zeit, die noch benötigt wird, um die für die Zukunft geplante breitere Nord-Süd-Route fertigzustellen.
Eine schnellere und direktere Verbindung
In praktischer Hinsicht ist das S15 eine kurze Linie – aber eine nützliche. Die Züge pendeln zwischen Gesundbrunnen, Wedding und Hauptbahnhof und verkehren den ganzen Tag über im Zehn-Minuten-Takt.
Entscheidend ist, dass die Fahrt zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof nun etwa fünf bis sechs Minuten dauert und sich die Fahrzeit im Vergleich zu den bisherigen Strecken um etwa zehn Minuten verkürzt.
Dies bedeutet einen schnelleren Zugang zu Fernzügen am Hauptbahnhof sowie eine bequemere Anbindung an den Berliner Flughafen, da Passagiere aus dem Nordwesten nun am Hauptbahnhof umsteigen können, anstatt aufwändigere Anfahrten in Kauf nehmen zu müssen.
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Durch die neue Verbindung soll auch eine Entlastung stark frequentierter Umsteigepunkte wie der Friedrichstraße erzielt werden, an denen derzeit viele Reisende umsteigen müssen.
Am Hauptbahnhof nutzen die Fahrgäste des neuen Dienstes zunächst einen temporären unterirdischen Bahnsteig, der über eine Fußgängerbrücke mit dem Hauptgebäude verbunden ist.
Jahre hinter dem Zeitplan
Die Eröffnung markiert zwar einen wichtigen Meilenstein, kommt jedoch deutlich später als ursprünglich geplant. Der Start des S15 war ursprünglich bereits für 2017 geplant, doch eine Reihe von Herausforderungen verzögerten das Projekt immer wieder.
Dabei spielten bauliche Komplexität, sich verändernde Sicherheitsanforderungen und langwierige Genehmigungsverfahren eine Rolle. In jüngerer Zeit führten umfassendere Faktoren wie die Covid-19-Pandemie, Materialknappheit und Personalprobleme zu weiteren Komplikationen.
Selbst nachdem die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen waren, dauerten die endgültigen Zertifizierungs- und Abnahmeprozesse länger als erwartet.
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Die S15 ist nur der erste Teil eines weitaus ehrgeizigeren Konzepts – des sogenannten Nord-Süd-Korridors S21. In den kommenden Phasen soll die Strecke weiter nach Süden verlängert werden, zunächst bis zum Potsdamer Platz und schließlich bis zur Yorckstraße und zum Südkreuz.
Mit diesen Entwicklungen sollten Passagiere jedoch nicht so schnell rechnen. Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass die nächste große Erweiterung Mitte bis Ende der 2030er Jahre erfolgen könnte, wobei die vollständige Nord-Süd-Route möglicherweise erst in den 2040er Jahren fertiggestellt sein könnte.
Vorerst bietet der S15 eine schnellere und einfachere Reise für Tausende von Pendlern – und einen Vorgeschmack auf ein viel größeres Projekt, das noch langsam Gestalt annimmt.









