Die Gewerkschaft Verdi macht Fortschritte bei den Tarifverhandlungen im ÖPNV, mehrere Streiks wurden abgebrochen. Einige Gebiete, darunter Bayern und das Saarland, sind jedoch weiterhin betroffen.
Verdi hat mit den Verkehrsbetrieben in mehreren Bundesländern, darunter Berlin, Baden-Württemberg und Hamburg, Vereinbarungen getroffen, so dass in diesen Gebieten keine Streiks mehr drohen.
Doch die Menschen in den bayerischen Städten Augsburg, Nürnberg und Landshut sollten sich diese Woche auf Arbeitskämpfe im Verkehrsnetz einstellen. Dies geschah, nachdem die jüngsten Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) gescheitert waren.
Am Dienstag, 7. April, kam es zu Gottesdiensten in Augsburg. Der Vertreter der Gewerkschaft Verdi in Augsburg, Michael Maier, sagte dem Lokalsender BR24, die Stadt sei „praktisch zum Stillstand gekommen“, es seien keine Straßenbahnen und fast keine Busse unterwegs.
Und am Mittwoch, den 8. April, müssen die Bewohner in Nürnberg und Landshut aufgrund von Streiks im öffentlichen Nahverkehr mit Schwierigkeiten bei der Fortbewegung rechnen.
Zumindest in dieser Woche sind in München keine Verkehrsunterbrechungen geplant. Verdi kündigte an, während der Bauarbeiten an der S-Bahn auf einen Warnstreik in der Stadt zu verzichten.
Allerdings könnten weitere Kommunen später in der Woche mit Streiks rechnen, sagte Verdi.
Saarland: Droht eine längere Spielpause?
Während die Streikwelle in anderen Bundesländern abgeklungen ist, könnte es im südwestlichen Saarland bald zu einem unbefristeten Streik der Busfahrer kommen.
Trotz neuer Verhandlungstermine will Verdi über Arbeitskampfmaßnahmen in einer Abstimmung seiner Mitglieder entscheiden.
In Niedersachsen sind nun Streiks möglich
In Niedersachsen galt bis zum 31. März ein Streikverbot, das Arbeitsniederlegungen ausschloss.
Mit dem Ende dieser Frist sind Streiks in dem Bundesland mit Großstädten wie Hannover und Wolfsburg wieder möglich. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 13. April statt.
F&A: Welche Regeln gibt es in Deutschland, wenn man aufgrund von Streiks zu spät zur Arbeit kommt?
Welche anderen Möglichkeiten gibt es während eines Streiks?
Da die Deutsche Bahn an diesen Auseinandersetzungen nicht beteiligt ist, verkehren Regional- und ICE-Züge sowie S-Bahnen während des Arbeitskampfs wie gewohnt. Allerdings kann es vor allem zu den Hauptverkehrszeiten in den S-Bahnen zu überfüllten Zügen kommen.
Weitere Möglichkeiten sind zu Fuß zu gehen (sofern die Strecke überschaubar ist), ein Fahrrad zu nehmen, einen E-Scooter zu mieten oder ein Taxi oder Uber zu nehmen.
Wo wurden Vereinbarungen getroffen?
In Baden-Württemberg, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin sind nach Vereinbarungen keine neuen Streiks geplant.
In anderen Bundesstaaten laufen die Verhandlungen noch, sodass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Unterbrechungen möglich sind.
Ziel der Gewerkschaft Verdi ist es, bessere Arbeitsbedingungen für die knapp 100.000 Beschäftigten im Nahverkehr in ganz Deutschland auszuhandeln.
Zu den Forderungen zählen kürzere wöchentliche Arbeitszeiten und Schichtlängen, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.








