Ein neuer Billigzugbetreiber fordert die Deutsche Bahn auf Strecken nach Amsterdam heraus. GoVolta bewirbt Tarife ab 10 €, allerdings mit etwas weniger Komfort und Geschwindigkeit.
Internationale Bahnreisen in Europa können oft attraktiv, aber auch kostspielig sein.
Das niederländische Start-up-Unternehmen GoVolta versucht mit kostengünstigen Bahnverbindungen, die Berlin und Hamburg in Deutschland mit Amsterdam in den Niederlanden verbinden, Abwechslung.
Die Deutsche Bahn betreibt bereits eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Berlin und Amsterdam, doch die Direktverbindung zwischen Hamburg und der niederländischen Hauptstadt ist neu.
GoVolta hat außerdem Pläne angekündigt, sein Netzwerk weiter auszubauen, mit einem künftigen Dienst Amsterdam–Paris und längerfristigen Zielen, Strecken zu Städten wie Frankfurt, München, Kopenhagen, Brügge und Basel hinzuzufügen.
Der erste GoVolta-Dienst von Amsterdam nach Berlin verkehrte am Donnerstag und erreichte Berichten zufolge sein Ziel etwa 20 Minuten früher.
Was sind die neuen Routen?
GoVolta bietet derzeit zwei internationale Strecken an: Amsterdam–Berlin und Amsterdam–Hamburg.
Züge zwischen Amsterdam und Berlin halten in Amersfoort, Deventer, Hengelo, Bad Bentheim, Osnabrück und Hannover. Verbindungen von und nach Hamburg halten in Amersfoort, Deventer, Hengelo und Bremen.
Vorerst verkehrt jede Strecke dreimal pro Woche in jede Richtung: Die Verbindungen zwischen Amsterdam und Berlin verkehren dienstags, donnerstags und sonntags. Die Züge zwischen Amsterdam und Hamburg verkehren montags, mittwochs und freitags.
Das Unternehmen plant, die Frequenz später im Jahr zu erhöhen, wobei ab Juli tägliche Verbindungen auf der Berlin-Strecke und ab Oktober auf der Hamburg-Strecke erwartet werden.
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GoVolta bedient in keiner der beiden deutschen Städte die Hauptbahnhöfe.
In Berlin kommen die Züge in Gesundbrunnen oder Spandau an und nicht am Berliner Hauptbahnhof. In Hamburg halten die Züge in Hamburg-Harburg, südlich der Elbe. Nach Angaben des Unternehmens wird die Vermeidung überlasteter Hauptbahnhöfe dazu beitragen, das Risiko von Verspätungen zu verringern.
Die Fahrzeiten für GoVolta-Dienste sind länger als für ICE-Züge der Deutschen Bahn. So dauert die Strecke Amsterdam–Berlin etwa acht Stunden, mit der Deutschen Bahn sind es nur knapp über sechs.
Wie viel kosten Tickets?
Die Hauptpreise von GoVolta sind ein Hingucker. Berichten zufolge beginnen die Tickets bei 10 €, die Preise variieren jedoch je nach Nachfrage, wobei günstigere Tickets in der Regel auf weniger ausgelasteten Strecken angeboten werden. Die meisten einfachen Fahrten zwischen Berlin und Amsterdam kosten offenbar zwischen 30 und 50 €.
Eine Sitzplatzreservierung ist obligatorisch und im Grundpreis enthalten. Aber ähnlich wie bei Billigfliegern berechnet GoVolta für Dienstleistungen wie zusätzliches Gepäck, Sitzplatzauswahl, Namensänderungen oder flexible Reisedaten zusätzliche Gebühren.
So buchen Sie
Tickets für GoVolta können direkt über die Website des Unternehmens gebucht werden. Nach der Auswahl von Abfahrts- und Zielort werden in einer Kalenderansicht die einzelnen Tage angezeigt, an denen die Züge verkehren, sowie die verfügbaren Tarife.
Nach der Bezahlung erhalten die Passagiere eine Buchungsbestätigung per E-Mail. Vor der Reise ist ein Online-Check-in erforderlich. Anschließend erhalten Passagiere eine „Bordkarte“ mit einem QR-Code.
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Planen Sie im Voraus
GoVolta nutzt generalüberholte Personenwagen aus den 1980er-Jahren, d. h. es gibt keine digitalen Fahrgastinformationsbildschirme. Außerdem gibt es an Bord kein WLAN und keine Steckdosen neben den Sitzen.
Das Unternehmen hat Pläne für einen Lounge- oder Café-Wagen an Bord angekündigt, aber da derzeit nichts vorhanden ist, möchte jeder, der über die Nutzung des Dienstes nachdenkt, vielleicht auch ein Picknick einpacken.








