Ryanair hat angekündigt, zahlreiche Berlin- und Hamburg-Flüge aus seinem Sommerflugplan 2026 zu streichen, einige kleinere deutsche Flughäfen sollen jedoch neue Strecken erhalten.
Die Billigfluggesellschaft Ryanair stellte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin ihren Sommerflugplan 2026 für Deutschland vor.
Insgesamt kündigte Ryanair an, in diesem Sommer 300.000 Sitzplätze wiederherzustellen und 14 neue Strecken in Deutschland einzuführen, nachdem die Bundesregierung beschlossen hatte, die Luftverkehrssteuer ab Juli 2026 zu senken und die Gebühren für die Flugsicherung (ATC) einzufrieren.
Allerdings wird die Gesamtkapazität der Airline in Deutschland immer noch rund 220.000 Sitzplätze geringer sein als im Sommer 2025, was insgesamt weniger Ryanair-Flüge als im Vorjahr bedeutet.
Die Kürzungen und Ergänzungen sind Teil eines anhaltenden Streits zwischen Ryanair und deutschen Flughäfen und Behörden über Flughafengebühren, Sicherheitsgebühren und Luftfahrtsteuern, wobei die Fluggesellschaft ihr Wachstum auf günstigere Regionalflughäfen konzentriert und gleichzeitig Flüge an sogenannten „Hochpreisstandorten“ reduziert.
Wo kürzt Ryanair die Flüge?
Die größten Einschnitte nimmt der Billigflieger an den Flughäfen Berlin Brandenburg und Hamburg vor.
Bei Berlin (BER)Ryanair wird ab sofort rund 150.000 Sitzplätze streichen, was fünf Prozent der Kapazität am Flughafen entspricht. Auf mehreren beliebten Strecken kommt es zu starken Frequenzreduzierungen:
- Valencia: minus 43 Prozent
- Bergamo und Ibiza: jeweils 41 Prozent im Minus
- Manchester: Minus 34 Prozent
- Madrid: 25 Prozent im Minus
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In Hamburg (HAM)Ryanair plant, 70.000 Sitzplätze zu streichen, was einer Kapazitätsreduzierung von 20 Prozent entspricht.
Die Fluggesellschaft hat außerdem bekräftigt, dass sie nicht nach Leipzig/Halle oder Dresden zurückkehren wird, die sie zuvor aus ihren Flugplänen gestrichen hatte, und verwies auf hohe Kosten und Sicherheitsgebühren an diesen Flughäfen.
Wo fügt Ryanair Flüge hinzu?
Während es in Berlin und Hamburg weniger Ryanair-Flüge geben wird, gewinnen mehrere Regionalflughäfen Strecken und Kapazitäten hinzu.
Dies entspricht 300.000 Sitzplätzen und 14 neuen Strecken Cologne/Bonn, Niederrhein (Weeze), Memmingen and Bremen.
Darüber hinaus werden zwei neue Flughäfen zum deutschen Netzwerk von Ryanair hinzugefügt: Saarbrücken and Friedrichshafen.
Zu den neu hinzugefügten Routen gehören:
- Friedrichshafen nach Alicante und Palma de Mallorca
- Saarbrücken nach Alicante, Lamezia Terme und Trapani
- Nürnberg nach Rabat
- Köln nach Rimini
- Karlsruhe/Baden-Baden nach Amman, Bukarest, Rabat und Tirana
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Ryanairs Verhandlungstaktik
In einer aktuellen Pressemitteilung erklärte Ryanair, die Kürzungen seien auf „überhöhte und nicht wettbewerbsfähige Flughafengebühren“ zurückzuführen. Das Unternehmen bezeichnete Berlin als „den Flughafen mit den höchsten Kosten“ in seinem deutschen Netzwerk.
Marcel Pouchain Meyer, Kommunikationschef von Ryanair für Deutschland, bezeichnete die Entscheidung der Regierung, die Luftverkehrssteuer zu senken und die ATC-Gebühren einzufrieren, als „einen willkommenen ersten Schritt“.
Aber er fügte hinzu: „Die Gesamtkapazität von Ryanair in Deutschland bleibt im Sommer 2026 um 220.000 Sitzplätze niedriger als im Sommer 2025, da Hochpreisflughäfen wie Berlin und Hamburg es weiterhin nicht schaffen, ihre äußerst unwettbewerbsfähigen Tarife anzugehen.“
Deutsche Medien beschreiben diesen Ansatz als eine klare „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Strategie: Flughäfen, die ihre Gebühren senken, werden mit neuen Strecken „belohnt“, während diejenigen, die keine Gebühren einsparen, mit Kürzungen rechnen müssen. Ryanair hat wiederholt Flugreduzierungen an verschiedenen Flughäfen in ganz Europa angekündigt und gleichzeitig öffentlich Steuersenkungen und niedrigere Gebühren gefordert.
Hierzu gehörten in der Vergangenheit Marketingvereinbarungen mit Regionalflughäfen und in einem Fall auch Subventionen, die nach einem EU-Urteil gegen rechtswidrige staatliche Beihilfen am Flughafen Frankfurt-Hahn später zurückgezahlt werden mussten.
Für Reisende bedeutet dies, dass günstigere Flüge zunehmend an kleineren Regionalflughäfen angeboten werden.








